»Abtreibung undenkbar machen«: Unter dem Motto »Marsch fürs Leaba« trafen sich am 27. Oktober 2019 rund 80 Abtreibungsgegner*innen in Bregenz.

Lebensschützerszene marschiert in Bregenz für ein Abtreibungsverbot

Sie wollen »Abtreibungen undenkbar machen« und greifen dafür zu Mitteln wie der Relativierung der Shoah: Unter dem Motto »Marsch fürs Leaba« trafen sich am Sonntag Nachmittag rund 80 sogenannte Lebensschützer*innen in Bregenz.

Unter dem Motto »Marsch fürs Leaba« trafen sich am Sonntag Nachmittag rund 80 Abtreibungsgegner*innen in Bregenz. Sie folgten dem Aufruf von Jugend für das Leben Vorarlberg, dem Verein St. Josef und dem Marsch fürs Läbe Schweiz, der im Vorfeld jedoch nicht öffentlich beworben wurde. Darin ist unter anderem die Rede von einem »christlich-abendländischen Verständnis« und von »Europäern, die das menschliche Leben als etwas ganz besonders Kostbares sehen«.

Redebeitrag relativiert Shoah

Die Shoah verharmlosende Aussagen, welche Abreibungen mit den Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus vergleichen, sind in der Lebensschützerszene weit verbreitet – so auch hier beim Redebeitrag in Bregenz.
Die Shoah verharmlosende Aussagen, welche Abreibungen mit den Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus vergleichen, sind in der Lebensschützerszene weit verbreitet – so auch hier beim Redebeitrag in Bregenz.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Anwesenden, unter denen augenscheinlich auch einige Geistliche waren, in einem Redebeitrag auf der stark belebten Bregenzer Seepromenade dazu aufgefordert, sich im eigenen Umfeld mehr einzusetzen um ein »lebensbejahendes Klima« zu schaffen. Allein auf einen Marsch wie den dortigen zu gehen reiche nicht.

Weiters wurde in dem Redebeitrag suggeriert,  Abtreibungen würden verharmlost, sodass Schwangere so sorglos und häufig Abtreibungen durchführen wie sie Zahnarztbesuche wahrnehmen. Zudem wurden bei der Definition, welches Leben lebenswert sei, Vergleiche von Abtreibenden zum Nationalsozialismus gezogen, indem gesagt wurde, dass man nur Jahrzehnte zurückblicken müsse, um zu sehen, was dabei herauskomme, wenn Stärkere über den Wert des Lebens von Schwächeren entschieden.

»Abtreibung undenkbar machen«

Christliche Hardliner verteilen Flugblätter beim Marsch fürs Leaba am 27. Oktober 2019 in Bregenz.
Christliche Hardliner verteilen Flugblätter beim Marsch fürs Leaba am 27. Oktober 2019 in Bregenz.

Auf vielen gedruckten Plakaten waren Sprüche zu lesen wie »Wir wollen Abtreibung in Österreich undenkbar machen« und »Bitte Lächeln – deine Mutter hat sich für dich entschieden«. Diese Plakate wurden nach der ersten Kundgebung nahe des Bregenzer Hafens vom etwa 80-köpfigen Demonstrationszug die Promenade entlang getragen, danach bog die Demonstration mit ihrer Lautsprecheranlage in in die Bregenzer Innenstadt ein. An Passanten wurden neben handbeschriebenen Luftballons intensiv Flugblätter der Abtreibungsgegner*innen verteilt.

Teilnehmer auch aus dem Allgäu

Unter den Teilnehmenden waren auch Personen aus Wangen. Die Veranstaltungstechnik wurde in einem Bus der Firma Energy Family geliefert, wie die Beschriftung auf dem Auto verriet. Bei der Firma handelt es sich laut Homepage um einen Dienstleistungsbetrieb mit den Schwerpunkten Photovoltaik, Elektrotechnik, Informatik und Pädagogik.

Erst am Dienstag protestierten rund ein Dutzend Menschen vor dem Café Brommler in Memmingen »FÜR das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und die Entscheidungsfreiheit aller schwangeren Personen«. Anlass war die dort zeitgleich stattfindende Mitgliederversammlung des Vereins Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), der Abtreibungen ablehnt und ebenfalls der sogenannten Lebensschutz-Bewegung zugerechnet wird. In Bregenz blieb der Protest am Sonntag aus.

2 Gedanken zu „Lebensschützerszene marschiert in Bregenz für ein Abtreibungsverbot“

  1. Wir haben diesen Beitrag entfernt, da er unseren Moderationskriterien an den Folgenden Punkten widerspricht.

    Allgäu ⇏ rechtsaußen ist keine Plattform zur Verbreitung oder Relativierung

    [ ] rechter,
    [ ] rassistischer und ausländerfeindlicher,
    [ ] antisemitischer,
    [ ] antiislamischer,
    [ ] sexistischer oder
    [ ] homofeindlicher

    Hetze und Propaganda. Dazu zählt auch die [ ] Verharmlosung oder Rechtfertigung der von uns berichteten rechtsradikalen Taten und die [ ] Werbung für Medien und Personen, die entsprechende Inhalte verbreiten.

    Zudem ist Allgäu ⇏ rechtsaußen der falsche Ort zur Begehung von Straftaten wie

    [ ] Beleidigung,
    [ ] Bedrohung,
    [ ] Volksverhetzung, insbesondere durch
    [X] Relativierung, Leugnung oder Verherrlichung des Holocaust und anderer Taten der nationalsozialistischen Terrorherrschaft oder
    [ ] Aufruf zu Straftaten.

    Der Beitrag wird gegebenenfalls der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt.

    1. Echt schade, ich hatte mehr erwartet von euch, als so eine einseitige Berichterstattung. Am besten verklagt ihr mich beim Staatsanwalt für meine Meinungsäußerung. Ihr wollt eine bunte Welt und kennt doch nur rechts und links. Ich werde mich weiterhin für die Wahrheit einsetzen, egal wie das hier ausgelegt und propagiert wird. Aber seid euch bewusst, dass Gott jeden Menschen für seine Taten zur Rechenschaft ziehen wird, wenn er nicht von seinem Tun umkehrt und sich der Wahrheit und der Nächstenliebe zuwendet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.