Razzien im Blood&Honour-Milieu in Vorarlberg

Nach wie vor ist die Szene um Blood&Honour in Vorarlberg aktiv. Das zeigen Razzien, Aufmärsche und Konzerte. Bei den österreichweiten Razzien stellte die Polizei Waffen sicher. So berichtet die österreichische Zeitung NEUE am Sonntag vom 21. April 2019.

In Vorarlberg gibt es demnach seit Jahrzehnten eine ausgesprochen gut vernetzte Neonaziszene. Zum harten Kern des internationalen Netzwerkes von Blood&Honour zählt der Verfassungsschutz in Vorarlberg etwa 20 Personen.

Eine groß angelegte Razzia bei österreichischen Neonazis am 9. April führte die Behörden laut NEUE am Sonntag auch zu ihnen nach Vorarlberg. Demnach wurden fünf der 32 Razzien in Vorarlberg durchgeführt. Eine davon in der Gemeinde Mäder beim amtsbekannten Anführer des österreichischen Ablegers von Blood&Honour, Uwe Veljača. Auch in Bregenz soll die Polizei durchsucht haben.

NS-Devotionalien, Kriegsmaterial und andere Waffen sichergestellt

Keine drei Monaten vor dem Amoklauf in Nenzing absolvieren Anhänger von Combat 18 Schießtrainings und verlegen ein Konzert aus Thüringen nach Feldkirch in Vorarlberg. (Quelle: c18hungary)
Keine drei Monaten vor dem Amoklauf in Nenzing absolvieren Anhänger von Combat 18 Schießtrainings und verlegen ein Konzert aus Thüringen nach Feldkirch in Vorarlberg. (Quelle: c18hungary)

Damit steht Vorarlberg an dritter Stelle. Nur in der Steiermark (elf) und Niederösterreich (sechs) seien mehr Wohnungen durchsucht worden. Bei rund 90 Beschuldigten habe man NS-Devotionalien, Kriegsmaterial und sonstige verbotene Waffen sichergestellt.

Zuletzt geriet Blood&Honour Vorarlberg vor drei Jahren in die Schlagzeilen. Damals schoss der Neonazi Gregor Schallert in Nenzing mit einem Kalaschnikow-Nachbau um sich. Bei dem Amoklauf verletzte er mehr als elf Menschen, töte zwei und schließlich sich selbst. Keine drei Monate zuvor kam es zum Schießtraining und Konzert von Combat 18 in Vorarlberg. Während des Konzertes hing im Hintergrund ein Banner, mit dem sich Vorarlberger Neonazis zuvor auf einem Aufmarsch der Identitären Bewegung im steierischen Spielfeld beteiligten. Auch der Konzertkeller soll nun durchsucht worden sein.

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