Aufmarsch der Partei »Der III. Weg« am 1. Mai 2016 in Plauen. Später liefern sich die Neonazis gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. ©S. Lipp

»Heldengedenken« in der Tradition des Dritten Reiches

Nicht ohne direkten Bezug auf das Dritte Reich treffen sich Neonazis zum »traditionellen Heldengedenktag« in Kempten, Lindau und Vorarlberg. Das schreibt die Neonazipartei Der Dritte Weg auf ihrer Homepage.

Unter anderem seien die rechtsradikalen Aktivisten demnach am 10. Mai in der Lindauer Peterskirche gewesen, um ihrer »Toten Helden« zu gedenken. Dort hatten sie am 8. Mai 2018 bereits die Soldaten von Wehrmacht und Waffen-SS glorifiziert.

Neonazis spielen Polizei

Dabei wollen die rechtsradikalen Aktivisten am vorvergangenen Sonntag Jugendliche aus der Kirche geschmissen haben: »Den heimatlosen Gesellen wurde nach eindringlicher Belehrung ein nationalrevolutionärer Platzverweis erteilt.« Eigentlich stellt der Platzverweis einen ordnungspolizeilichen Eingriff zur Gefahrenabwehr dar.  Auch sonst gerieren sich die Anhänger des Dritten Wegs immer wieder als »Sicherheitstrupp« und  wollen polizeiliche Aufgaben übernehmen. Während Ihrer Patroulien als »Nationale Streifen« geht es dann meist gegen vermeintliche Ausländer.

Unterstützung aus dem Ausland

Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg nehmen am 30. September an einer Kundgebung der AfD in Ottobeuren teil. Einer trägt Quarzhandschuhe.
Allgäuer Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg nehmen am 30. September 2018 an einer Kundgebung der AfD in Ottobeuren teil. Einer trägt Quarzhandschuhe. (© Sebastian Lipp)

Auch in Kempten beschreibt die Partei »eine Zeremonie der örtlichen Aktivisten«. Im Österreichischen Vorarlberg seien ebenfalls Kerzen an verschiedenen Kriegerdenkmälern aufgestellt worden. Die Neonazipartei  veröffentlichte entsprechende Photos, die ihr aus der »Ostmark« zugesandt worden sein sollen: »So wurden in Rankweil bei der St. Peterskirche und am Riedmüller Brunnen am Riedmüller Platz Kerzen abgelegt. Zusätzlich wurden auch die Kriegerdenkmäler von Götzis, Hohenems, Langen und das Kaiserjäger Denkmal in Bregenz besucht.«

Bezugnahme auf das Dritte Reich

In der Veröffentlichung heißt es außerdem, das Gedenken »findet traditionell am 16. März statt, sofern dieser ein Sonntag ist. Fällt der 16. März nicht auf einen Sonntag, so wird der Sonntag vor dem 16. als deutscher Heldengedenktag begangen.« Damit nehmen die Rechtsradikalen direkten Bezug auf einen Erlass Adolf Hitlers vom 25. Februar 1939. Dort hieß es »Heldengedenktag ist künftig der 16. März als der Jahrestag der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, sofern dieser Tag auf einen Sonntag fällt, andernfalls der diesem Tage vorangehende Sonntag.«

Der Volkstrauertag, den Neonazis verschiedener Coleur im Allgäu ebenfalls gerne als »Heldengedenken« nutzen, hat seinen Ursprung allerdings schon über ein Jahrzehnt früher und fand an wechselnden Terminen statt. Seit 1952 wird er genau zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag begangen.

4 Gedanken zu „»Heldengedenken« in der Tradition des Dritten Reiches“

  1. Wer so voller Hass auf Deutsche Bürger ist, die nicht’s anderes als für Frieden u.Gerechtigkeit stehen,der sollte sich einen anderen Job suchen, als spekulativ u. mit falschen u.fadenscheinheiligen Äußerungen berichten zu wollen..Bezeichnungen wie Neonazis u.dergleichen sind EUERE Worte die mit dem tatsächlichen rein gar nichts zu tun hat….Ihr betreibt Journalismus untersten Niveaus !!!

    1. Frau Schweizer,

      eigentlich würden wir einen Kommentar wie den Ihren, der Neonazis derart verharmlost, nicht veröffentlichen. In diesem Fall machen wir aber eine Ausnahme. Er ist doch sehr bezeichnend für eine Tendenz, die wir so oft wahrnehmen: Man glaubt Neonazis selbst dann nicht, wes Geistes Kind sie sind, wenn sie sich wie der Dritte Weg immer und immer wieder ganz offen in die direkte Tradition des Nationalsozialismus stellen. Oder man will es nicht glauben.

      Das kann natürlich im Einzelnen auch taktisches agieren der Szene selbst sein, in Ihrem Fall kann ich das nicht bewerten. Wir haben aber auch Gerichtsverfahren gesehen und dokumentiert, bei denen selbst die Richter Angeklagten ihre Gesinnung nicht abnehmen wollten, obwohl die selbst daraus keinen Hehl machen.

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