Die Neonazipartei Der Dritte Weg verteilt in Erkheim Flugblätter mit der Forderung, das Territorium Deutschlands auszuweiten.

Geschichtsrevisionistisches Aktionswochenende

Heiligkreuz, 26. September 2019.  Ende September wollen Anhänger der neonazistischen Partei Der Dritte Weg in geschichtsrevisionistischer Manier den Heimatvertriebenen gedacht haben.

Die Gedenkveranstaltungen sollen unter anderem in Heiligkreuz bei Kempten und Friedrichshafen stattgefunden haben. Eines der veröffentlichten Fotos zeigt die personelle Beteiligung aus dem Allgäu.

Neben den Denkmälern in der Region besuchen die rechtsradikalen Aktivisten auch regelmäßig Orte in Östereich. Dort führen sie immer wieder geschichtsrevisionistische Veranstaltungen, wie das sogenannte »Heldengedenken« in der Tradition des Dritten Reiches, durch. In ihrem Verständnis ist »Deutschland größer als die BRD« und somit Österreich, im Dritten Reich als »Ostmark« bezeichnet, Teil davon.

»Gesamtdeutschland« wiederherstellen

Diese Weltsicht propagieren sie auch durch viele ihrer Flugblattaktionen, wie zuletzt in Memmingen. Deutschland sei »größer als die BRD« schreiben die Gebietsrevisionisten in dem verteilten Handzettel. Man erkennt die Oder-Neiße-Linie nicht an und möchte das Staatsgebiet nach Osten erweitern. Auch Südtirol soll zu Deutschland gehören.

»Deutschland in den Grenzen von 1937« ist eine Formulierung, die bis 1990, wegen des alliierten Vorbehaltsrechts, benutzt wurde, um das Reichsgebiet vor dem 2. Weltkrieg zu beschreiben. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands und den abschließenden Regelungen im Zwei-plus-Vier-Vertrag ist diese Formulierung hinfällig.

Rechtsradikale nutzen diese Formulierung jedoch weiterhin und sprechen der Bundesregierung ihre Souveränität ab. Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Ansicht sind die sogenannten Reichsbürger.

Doch auch bei der AfD scheint diese Interpretation Anklang zu finden. So sang Christoph Maier, AfD-Landtagsabgeordneter aus Memmingen, bei einem Treffen des völkischen Flügels der AfD die erste Strophe des Deutschlandlieds. Das ist zwar nicht verboten, ihr Inhalt gilt aber als höchst problematisch: »Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt«, heißt es dort zunächst. Darauf wird ein Deutschland weit über dessen tatsächliche Grenzen »von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt« besungen.

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