Kämpfer des Sportclub Herzblut am Rande der Demonstration Memmingen seiht rot am 18. Mai 2019.

Der Dritte Weg trainiert Kampfsport bei Herzblut

Im Herzblut Sportclub in Memmingen trainieren inzwischen nicht mehr nur Anhänger von Voice of Anger. Auch die Neonazipartei Der Dritte Weg ist nun regelmäßiger Gast in der um ein sauberes Image bemühten Kampfsportschule.

Seit Monaten ist bekannt, dass sich die Allgäuer Neonazi-Szene in der hiesigen Kampfsportszene stählt. Wie Recherchen von Allgäu ⇏ rechtsaußen aufdeckten, trifft das sowohl auf relativ unorganisierte Szenegänger zu als auch auf Anhänger der Neonazi-Skinheadkameradschaft Voice of Anger. Letztere trainieren beim Herzblut Sportclub in Memmingen, der sich nach außen sozial engagiert gibt. Verbindungen zur Allgäuer Neonaziszene wies die Betreiberin stets zurück.

Auch Der Dritte Weg trainiert beim Herzblut Sportclub in Memmingen

Auch aus Südschwaben reisten Teilnehmer und Funktionäre des teils militärisch anmutenden Maiaufmarsches der Partei Der Dritte Weg an. ©S. Lipp
Auch aus Südschwaben reisten Teilnehmer und Funktionäre des teils militärisch anmutenden Maiaufmarsches der Partei Der Dritte Weg an. ©S. Lipp

Doch nun zeigt sich: Auch ein Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg trainiert im Herzblut Sportclub in Memmingen. Das belegen eine ganze Reihe von Photos, die Allgäu ⇏ rechtsaußen vorliegen. Zuletzt beteiligte sich der rechtsradikale Aktivist an mehreren Flugblattverteilungen im ganzen Allgäu, trat als Ordner beim Aufmarsch seiner Partei am 1. Mai in Plauen auf und betreute Parteikundgebungen in Kempten und Memmingen. Dort kam es zu einer offenkundig freudigen Begegnung zwischen einem Parteikader und einem bekannten Anhänger von Voice of Anger.

In der Tradition von NSDAP, Wehrmacht und Waffen-SS

Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger begrüßt Anhänger von Voice of Anger am Infostand des Dritten Wegs in Memmingen.

Der Dritte Weg will die Todesstrafe wiedereinführen und eine »neue Werteordnung« etablieren.  »Deutscher Sozialismus« nennt die aus dem verbotenen Freien Netz Süd (FNS) hervorgegangene Partei diese Ordnung nach ihrem Zehn-Punkte-Programm, das auf rassistischer und nationalrevolutionärer Ideologie basiert und stark an das 25-Punkte-Programm der NSDAP erinnert.

In Ihrer Aktionen bedienen sich die Aktivisten der Neonazipartei auch im Allgäu immer wieder am Duktus der Nationalsozialisten. Etwa, als sie vor rund einem Jahr in Lindau Wehrmacht und Waffen-SS glorifizierten.

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