Weiter Gegenwind für Nazi-Treff in Wurzach

Bad Wurzachs Bürgermeister Roland Bürkle will für das Neonaziproblem der Region sensibilisieren. Eine Petition fordert von seiner Nachfolgerin, konsequent gegen einen nahen Neonazitreff einzuschreiten.

Das regionale antifaschistische Bündnis LiA (Links im Allgäu) hat vergangenen Donnerstag auf dem Wochenmarkt in Bad Wurzach mit einem Infostand auf einen Nazi-Treff in der Region aufmerksam gemacht, schreibt die Westallgäuer Initiative gegen Rassismus in einer Presseerklärung »bezüglich der Naziproblematik in der Gemarkung Bad Wurzach und des Umgangs damit«.

Das regionale antifaschistische Bündnis LiA (Links im Allgäu) hat am 21. Juni 2018 auf dem Wochenmarkt in Bad Wurzach mit einem Infostand auf einen Nazi-Treff in der Region aufmerksam gemacht.
Das regionale antifaschistische Bündnis LiA (Links im Allgäu) hat am 21. Juni 2018 auf dem Wochenmarkt in Bad Wurzach mit einem Infostand auf einen Nazi-Treff in der Region aufmerksam gemacht.

»Kein Nazi-Treff in Wurzach«

Anfang Oktober feierten Neonazis bei Seibranz nahe Bad Wurzach ein konspirativ organisiertes Konzert mit über 250 aus dem ganzen Bundesgebiet und dem nahen Ausland angereisten Neonazis, so die Initiative. Wenig später wurde bekannt: Das Gehöft im Bereich Talacker gehört einem Mitglied der extrem rechten Skinheadkameradschaft Voice of Anger, die dort weitgehend ungestört ihr 15jähriges Jubiläum habe feiern konnten. Eine Petition mit dem Titel »Kein Nazi-Treff in Wurzach« fordere deshalb:

»Das Gebäude darf sich nicht zum Treff für die
Neonaziszene der ganzen Region entwickeln! Die Behörden müssen prüfen, welche Möglichkeiten
bestehen, um künftige Neonaziveranstaltungen in Bad Wurzach und dem Landkreis Ravensburg zu
verhindern und diese Möglichkeiten konsequent ausschöpfen.«

Das Gehöft bei Seibranz ist in der Hand von Neonazis.
Das Gehöft bei Seibranz ist in der Hand von Neonazis.

Stadtverwaltung will sich verstärkt mit der Neonaziszene befassen

Auch die Verwaltung der Stadt Bad Wurzach will sich verstärkt mit dem Thema befassen. Die Initiative gegen Rassismus begrüßt, dass die Stadt Bad Wurzach eine bereits früher geplante Informationsveranstaltung über die Neonaziszene in der Region neu angesetzt hat. Im März wurde die Veranstaltung aufgrund einer Erkrankung von Bürgermeister Bürkle abgesagt. Zuvor löste das Vorhaben eine Debatte im Wurzacher Stadtrat aus: CDU-Stadtrat Hansjörg Schick habe sich an der Veranstaltung gestoßen, berichtete die Schwäbische Zeitung seinerzeit.

Ausriss aus dem Veranstaltungsplakat der Stadt Wurzach zum 28. März 2018.
Ausriss aus dem Veranstaltungsplakat der Stadt Wurzach zum 28. März 2018.

Die Informationsveranstaltung zum Thema »Rechtsextreme Vorfälle – auch im Allgäu?« findet laut einer Presseinformation der Stadt Bad Wurzach am Mittwoch, dem 4. Juli, um 19 Uhr im Kurhaus am Kurpark unter Trägerschaft von Stadt, Demokratiezentrum Oberschwaben sowie der Redaktion von Allgäu ⇏ rechtsaußen statt. Ziel der Veranstaltung sei es, über die entsprechende Szene in der Region zu informieren und die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.

Bürgermeister Roland Bürkle sieht »zunehmend rechtsextreme Gewalttaten«

»Leider sind in den vergangenen Jahren bundesweit zunehmend rechtsextreme Gewalttaten zu verzeichnen«, erinnert Bürgermeister Roland Bürkle zum Anlass der Veranstaltung. »Wir wollen dabei aufmerksam machen, dass solche Entwicklungen nicht nur fernab in Großstädten, sondern auch ganz direkt in unserer Region vorzufinden sind«. Die Pressemitteilung der Kurstadt nimmt Bezug auf Recherchen von Allgäu ⇏ rechtsaußen nach denen das Allgäu einen gewissen Brennpunkt rechtsradikaler Aktivitäten in Süddeutschland darstellt.

Der Petition haben sich bereits knapp 300 Unterzeichner angeschlossen. Eine Übergabe sei, so die Initiative gegen Rassismus, in wenigen Wochen an die neu gewählte Bürgermeisterin von Bad Wurzach Alexandra Scherer, geplant. Sie wird die Nachfolge von Bürgermeister Roland Bürkle antreten. Auch sie werde sich wohl intensiv mit der lokalen Neonaziszene auseinandersetzen müssen, erklärt die Initiative.


Service: Die Petition im Original



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