Druck auf »unpolitisches« Nazi-Label wächst

Die Southern Rebels aus Landsberg haben das Allgäuer Neonazilabel Subcultural Records verlassen, Loi!chtfeuer wollen nur noch im Geheimen spielen.  Das berichtet der Fachdienst blick nach rechts.

Donnerstag vergangener Woche teilte die Band auf Facebook mit, ihr Label verlassen zu haben. Man habe sich im gegenseitigen Einverständnis getrennt, die Veröffentlichung des bei Subcultural Records geplanten Albums für unbestimmte Zeit verschoben.

Auch die Subcultural Records-Band Loi!chtfeuer beklagt sich über »etliche« Konzertausfälle. Deshalb kündigten sie am Mittwoch letzer Woche auf Facebook an, in Zukunft »nur noch geheim Konzerte im Untergrund spielen« zu wollen. »So halten wir auch den Abschaum fern«, heißt es weiter in dem Statement.

Zwischen »unpolitisch« und stramm rechts

Hinter Subcultural Records steht der Betreiber von Oldschool Records, der offenbar gezielt versucht, eine sich als unpolitisch verstehende Skinheadszene mit Neonazibands zusammen zu bringen. Auf kritische Berichterstattung folgten Konzertabsagen und Ausladungen von Bands aus dem Angebot von Subcultural Records.

Die Southern Rebels aus Landsberg am Lech positionierten sich bislang als nicht-rechts, posierten etwa in antirassistischen Shirts und charakterisierten ihre Band als »not brown, not red, just Skinhead«. Dann stießen sie zum rechtsradikalen Musiklabel Subcultural Records und spielten im April ein Konzert mit den Prolligans für ihr Label und RACcoon Records. Innerhalb eines halben Jahres wurden die Kontakte der Southern Rebels in die rechtsradikale Szene so eng, dass sie im Oktober an einem von Voice of Anger im Geheimen organisierten Konzert mit rund 250 Neonazis teilnehmen durften.

Ebenfalls in einer Grau- bis Braunzone zwischen »unpolitisch« und stramm rechts bewegen sich die Label-Kollegen von Loi!chtfeuer. Entsprechendes berichtet der Experte Sören Kohlhuber: »Deren Sänger, Michael Schäfer, war NPD-Funktionär in Bremerhaven, sein Mitmusiker Lasse Krüger Aktivist der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN).« Das schlägt auch auf die Texte durch. In ihrem neuen Titel Die Regenbogenfahne brennt besingt die Band etwa ihre Vernichtungsphantasien gegenüber Homosexuellen:

„Die Zeit zum aufwachen ist da […] Wir wollen nicht mehr länger mit schwulem Terror leben […] werden niemals Schwule akzeptieren […] ihre Tuntenbar stürmen […] Homos […] können nun die Radieschen von unten sehen“.

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