Mahnwache gegen Lama Ole Nydahl

Rund 100 Oberallgäuer protestierten in Immenstadt gegen islamfeindliche und rechtspopulistische Aussagen des geistigen Führers des Diamantweg-Buddhismus.

Am Abschlusstag des Sommerkurses mit rund 3500 Teilnehmern versammelten sich die Demonstranten auf dem Froschweiherparkplatz am Fuße des Europazentrums oberhalb des Großen Alpsees. Das berichtet die Allgäuer Zeitung vom 13. August 2018. So hätten die Teilnehmer der buddhistischen Großveranstaltung bei ihrer Abreise am Sonntag an der Mahnwache der Oberallgäuer vorbei gemusst, aber keine Reaktion auf die Plakate gezeigt.

»Wir wollen einen Buddhismus, der nicht gegen den Islam hetzt“

»Buddhismus ja, Rechtspopulismus nein«, hieß es auf einem großen Transparent. Laut der Zeitung waren Vertreter von Krichen und fast aller Parteien gekommen. »Wir wollen einen Buddhismus, der nicht gegen den Islam hetzt“, zitiert die Allgäuer Grünen-Kreissprecherin Christina Mader, die die Veranstaltung mitorganisiert habe. Stadtrat Eberhardt Fetzer (CSU) aus Immenstadt nannte Nydahls Aussagen „rechtsradikal“.

Nach Forderungen einiger Lokalpolitiker leitete die Staatsanwaltschaft Kempten ein Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Nydahl ein. Der Lama hatte nach einem Bericht der Allgäuer Zeitung in Immenstadt vor Tausenden Anhängern des Diamantweg-Buddhismus gegen den Islam gehetzt und etwa behauptet:  »Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe.« Niemand widersprach.

»Wie ein Weichspüler«

Peter Januschke,  kommentiert in der Montagsausgabe der Zeitung Teile der Reaktionen auf die Berichterstattung scharf:

»Wer so tut, dass es zwar einen islamfeindlichen, rechtspopulistischen Obermacker gibt, alle anderen aber harmlose Gutmenschen sind, sitzt einer gefährlichen Fehleinschätzung auf. Diamantweg-Anhänger sehen Lama Ole Nydahl als geistigen Übervater, was er aus ihrer religiösen Sicht auch ist. Und wenn Tausende immer wieder die Hetze hören und nicht mucken, sind das keine Gutmenschen. Im besten Fall könnte man das damit entschuldigen, dass bei ihnen eine Art Gehirnwäsche funktioniert hat.«

Januschke recherchierte für die Allgäuer zu Nydahl, Die Stellungnahme der Stadt Immenstadt höre sich »wie ein Weichspüler« an, so der Journalist. Er befürchtet, dass sich nach kurzfristiger Empörung letztlich wenig ändert.


(Titelbild: CC by-sa 2.5)

 

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