Marktoberdorf von Nordwesten (Flodur63, CC by-sa 4.0)

Wechselt Peter Fendt von der Bayernpartei zur AfD?

Nach internen Querelen tritt Peter Fendt aus der Bayernpartei (BP) aus, deren Galionsfigur er über Jahrzehnte war und fasst die AfD als neue »politische Heimat« ins Auge. Bereits vor Jahren fiel er mit rassistischen Aussagen auf.

Über die Liebäugelei des langjährigen aber umstrittenen Marktoberdorfer Bayernpartei-Aushängeschildes Peter Fendt berichtet die Allgäuer Zeitung (AZ) am heutigen Donnerstag: »Ich habe meine politische Heimat verloren«. Deshalb habe Fendt die Partei nach 20 Jahren verlassen. Mit ihm sei auch der Marktoberdorfer Ortsvorsitzende Dr. Thomas Hilscher gegangen. Beide nennen parteiinterne Querelen als Grund, die sie laut AZ an der Landesleitung und namentlich am Kaufbeurer Bezirksrat Andreas Settele festmachen.

»Fremdartige« und »Verbrecher« in »Kolonie […] deportieren«

Der Wechsel zur AfD stellt für die Zeitung eine »Überraschung« dar. Dabei hatte sie vor rund zwei Jahren bereits von rassistischen Äußerungen des Lokalpolitikers berichtet. Nach einem Bericht der Allgäuer Zeitung vom 8. März 2017 schrieb er damals, dass aus afrikanischen Ländern geflüchtete »Neger sind, die nur in den Asylantenheimen rumlungern« und »unsere Deutschen Frauen belästigen«. Dem deutschen Volk sei zudem nicht zuzumuten, »Millionen fremdartiger Menschen aufzunehmen und zu versorgen.«

Die Zeitung berichtete weiter von Fendts »Idee, einem afrikanischen Land ein Gebiet abzukaufen und Flüchtlinge und Verbrecher in eine dort zu errichtende Kolonie zu deportieren«. Wegen einer ähnlichen Äußerungen, »Verbrecher in Wüstengefängnisse zu stecken«, fiel Fendt bereits Jahre zuvor auf. Von sämtlichen Aussagen wollte der BP-Politiker nicht abrücken. »Ich nutze lediglich das mir zustehende Recht auf freie Meinungsäußerung«, sagte Fendt seinerzeit gegenüber AZ.

Erheblicher Einfluss auf Partei und Lokalpolitik

Mit solchen Aussagen dürfte Peter Fendt auch einen erheblichen Einfluss auf Partei und Lokalpolitik gehabt haben – und das in der Region, in der die Partei womöglich stärker ist als irgendwo anders im Land. Denn: Fendt hatte nach dem aktuellen Bericht der Allgäuer für die BP viele Posten bekleidet: Stadtrat, Kreisrat, war im Bezirkstag, im Landesvorstand und war Bezirksvorsitzender. Als Bürgermeisterkandidat hatte Peter Fendt zuletzt mit Abstand die zweitmeisten Stimmen geholt. Stadtrat wolle er bis zum Ende der Wahlperiode Ende April bleiben, Kreisrat ebenso – von nun an jedoch als parteiloses Mitglied.

Der Riss zwischen ihm und der Partei habe sich erst nach dem politischen Aschermittwoch in Marktoberdorf aufgetan, wo auch Fendt als Redner auftrat. Deftige Worte habe er dabei benutzt, was genau er diesmal sagte, schreibt die Zeitung nicht.

Für die AfD ist der Wechsel beschlossen

»Noch ist alles offen«, sagte Peter Fendt der Allgäuer Zeitung zu einer künftigen Kandidatur für die AfD. Das sei jedoch von den anderen Bewerbern der Rechtsaußenpartei abhängig: »Wenn von denen jemand in Richtung Nationalismus denkt«, dann lasse er die Finger davon.

»Peter Fendt wird zu uns kommen. Das ist so besprochen«, sagte dagegen der Kreisvorsitzende der AfD laut AZ. Und weiter sagte Karl Keller demnach: »Fendt wird bei der Kommunalwahl auf der Kreisliste der AfD kandidieren. Ich gehe davon aus, dass ihn die Mitglieder nominieren.« Fendt könne zwar erst nach einem Jahr Karenzzeit Vollmitglied der Partei werden, eine Kandidatur auf der AfD-Liste als Parteiloser schließe das aber nicht aus.

Kellers AfD-Kreisverband Ostallgäu zog im vergangenen Jahr die Fäden einer Kampagne gegen den Bau einer Moschee und ließ zunächst heimlich einen Bürgerentscheid einfädeln. Der vom Verfassungsschutz beobachtete islamfeindliche Wanderprediger Michael Stürzenberger unterstütze das Vorhaben mit zwei Kundgebungen. Mit knapp 60 Prozent ging das Referendum schließlich im Sinne der Moscheegegner aus. Die Anschließende Freude über den Wahlausgang reichte bis ins Neonazimilieu, worauf die AfD ihren Ton verschärfte. Hassbriefe, Beleidigungen und Drohungen überschritten Grenzen.


(Titelbild: Marktoberdorf von Nordwesten, CC by-sa 4.0, Flodur63)

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