Das KZ Dachau, hier im November 2016. Es unterhielt eine Reihe von Außenlagern im Allgäu und Vorarlberg.

Nazi-Sprüche in der Schule

Ein 14-Jähriger verteilt perfide antisemitische und rassistische Memes an Mitschüler. Auch unter Schülern kommt es in der Region Immer wieder zu nationalsozialistischen Äußerungen.

»Ich grüsse die Whatsapp Gruppe!« Das steht auf einer Photographie vom Reichsparteitag der NSDAP 1937 in Nürnberg. Darauf ist Adolf Hitler zu sehen, der seine Anhänger begrüßt. Im Hintergrund: Zwei SS-Generäle. Das Bild landete Mitte Mai in der Whatsapp-Gruppe einiger Schüler einer Realschule im Allgäu. Verschickt hattet es »Der General«. Hinter dem Pseudonym steckt ein 14-jähriger Schüler.

Eltern fallen durch Anbindung an Neonaziszene auf

In den folgenden Minuten treffen weitere perfide rassistische und antisemitische Memes bei den Mitschülern ein. »Hast du Bock auf Ebola« steht auf der Abbildung eines Schwarzen Kindes. Dann: »Ein jüdisches Familienphoto«. Zu sehen ist nichts als eine Rauchwolke.

Eltern sind entsetzt und wenden sich an die Schulleitung. Dort wird der Vorfall auf Anfrage bestätigt. Man habe bereits Anzeige erstattet und mit den Eltern gesprochen. Dabei handelt es sich nach Informationen von Allgäu ⇏ rechtsaußen um die Betreiber einer Kampfsportschule, die immer wieder durch ihre Anbindung an die organisierte Neonaziszene auffällt.

Schule will über Nationalsozialismus aufklären

Nun ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft gegen den Schüler wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung. Ob der Vorfall für den Schüler oder die Eltern Konsequenzen haben wird, ist aber noch unklar: »Die Ermittlungen dauern an«, erklärt ein Sprecher der Behörde auf Anfrage.

Laut Eltern habe sich der Schulleiter bei den Betroffenen Schülern entschuldigt. Der Geschichtslehrer solle nun speziell über den Nationalsozialismus, Rassismus und Zivilcourage aufklären.

Neonazimusik auf Studienfahrt

Erst Anfang April hatte ein Oberallgäuer Gymnasium einen neonazistischen Vorfall zu verzeichnen. Auf einer Studienfahrt nach München spielten Schüler im Bus Musik einer Neonaziband aus den 1990er Jahren. Bei einem extrem rassistischen Stück hätten laut einem Schüler mehrere Klassenkameraden so laut mitgesungen, dass es der ganze Bus gehört habe. Das gesungene Lied sei indiziert, es zu singen stehe unter Strafe.

Tatsächlich haben Gerichte den entsprechenden Tonträger wegen Volksverhetzung bundesweit beschlagnahmt und eingezogen. Die rassistischen, antisemitischen und nationalsozialistischen Stücke dürfen in Deutschland nicht verbreitet werden.

Wie die Schule damit umgeht, ist noch nicht bekannt. Die Schulleitung war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Nach Informationen von Allgäu ⇏ rechtsaußen lässt sich der Vorfall aber bestätigen. Demnach befasst sich sowohl der Disziplinarausschuss als auch die Polizei mit dem Fall.

Hitlergrüße in Schule gezeigt

Im Dezember fielen Schüler einer Schule im Bezirk Dornbirn durch nationalsozialistische Äußerungen auf und verteilten rechtsradikale Inhalte über Soziale Medien. »Da wurden Hitlergrüße in der Schule gezeigt und im Whatsapp gingen Nazibilder rum«, so Behördensprecherin Susanne Dilp dann im Januar im Gespräch mit Allgäu ⇏ rechtsaußen. Es seien »sehr viele Menschen betroffen«. Offenbar so viele, dass die Ermittlungen bis heute andauern. Ein Abschluss des Verfahrens sei daher noch nicht in Sicht, erklärte Dilp auf erneute Anfrage am Mittwoch. Bislang kam es offenbar nur zu einer »Verwarnung« einiger Schüler.

6 Gedanken zu „Nazi-Sprüche in der Schule“

  1. Gerne sind wir von der VVN-BdA(Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) bereit Zeitzeugen für die Schulen zu organisieren.
    So war z.B. Ernst Grube, der mit 12 Jahren von Theresienstadt befreit wurde am 16./17. Mai in Kempten hat einen Vortrag an der Realschule Salzstr. vor ca. 300 Schülern gehalten.

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