Aufmarsch der Partei »Der III. Weg« am 1. Mai 2016 in Plauen. Später liefern sich die Neonazis gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. ©S. Lipp

Neonazis gedenken ihrer »toten Ahnen«

Legau, 18. November 2018. Am Volkstrauertag wollen Mitglieder der Neonazipartei Der Dritte Weg auch im Allgäu und Vorarlberg »den Helden der vergangenen Zeit« gedacht haben.

Nach einem Bericht auf der Website der rechtsradikalen Aktivisten versammelten sich etwa in München »mehrere Mitglieder an einem Kriegerdenkmal um mit einer kleinen Zeremonie den Kriegstoten zu huldigen« und legten einen Kranz nieder. »Aber auch in der Ostmarkt in Hittisau (Vorarlberg)« habe man »Kerzen aufgestellt und der toten Ahnen gedacht.« Ebenso hätten in Augsburg-Haunstetten sowie in Legau im Allgäu »Lichter an den Gedenkstätten unserer Ahnen« gebrannt.

Volkstrauertag traditionell zum Heldengedenken verklärt

Neonazis verklären den Volkstrauertag traditionell zum sogenannten Heldengedenktag, an dem sie auch herausragenden Verbrechern des Dritten Reiches huldigen. Im Jahr 2017 wurden an insgesamt 17 Kriegerdenkmälern in den Landkreisen Unterallgäu und Günzburg sowie der Stadt Memmingen Bilder und Kerzen oder Kränze mit Bezug zum sogenannten »Heldengedenken« festgestellt.

Bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 führte die Partei Der III. Weg, die damals noch über einen Stützpunkt Schwaben verfügte, teils recht einsame Gedenken zu Ehren ihrer Helden und gefallenen Soldaten durch. Auch Anhänger der extrem rechten Skinheadkameradschaft Voice of Anger nahmen in der Vergangenheit an entsprechenden Veranstaltungen teil.

In diesem Jahr ist das »Heldengedenken« offenbar kleiner ausgefallen.


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