Pulse of Europe bietet Bühne für AfD Politiker im Wahlkampf

Peter Felser, der für die AfD zur Wahl  den Bundestag einziehen will, hielt am Sonntag vor der Wahl in Sonthofen auf Einladung von Pulse of Europe eine Rede in Sonthofen.

Der Sonthofener Ableger des Vereins, der europaweit überparteilich und proeuropäisch Stellung bezieht und somit ein Gegengewicht zu den nationalistischen und populistischen Bewegungen herstellen wolle, hatte den AfD-Politiker zu seinem Auftritt am 17. September selbst eingeladen. Das berichtet die Allgäuer Zeitung vom Vortag. Außerdem durften die Kandidaten von CSU, SPD, Grüne und FDP ans Mikrofon treten.

nicht Anti-AfD sondern Pro-Europa

Angesichts des Selbstverständnisses von Pulse of Europe (PoE) verwundert, dass die Organisation in Sonthofen einer europafeindlichen und jedenfalls in Teilen weit über den Rechtspopulismus hinaus gehenden Partei eine Bühne gibt – und das in der heißen Wahlkampfphase.

In der Frankfurter Zentrale des Vereins hat man im Vorfeld von dem Auftritt von Peter Felser nichts gewusst. Man ist aber »sicher nicht Anhänger der AfD«, erklärte Susanne Hartung als Pressesprecherin der Organisation auf Anfrage. PoE positioniere sich allerdings nicht explizit »Anti-AfD, sondern Pro-Europa.«

Natürlich habe sich der Verein intern immer wieder mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob man einen Dialog mit der AfD führen wolle oder nicht. In einer »Aktion offener Brief« wagte man einen ersten Versuch.  Alle Parteien mit Aussicht auf einen Einzug in den Bundestag hätten ein Schreiben von PoE mit fragen zum Verhältnis zur EU erhalten. Alle antworteten – bis auf die AfD.  Also habe auch der Verein die Rechtsaußenpartei fortan rechts liegen lassen.

Protest unangemessen

Die Einladung an Peter Felser war eine Entscheidung, die dem üblichen Vorgehen entsprechend ohne Rücksprache in Sonthofen getroffen wurde, heißt es aus der Frankfurter Zentrale. Auf Rückfrage im Allgäu erfuhr Hartung, dass Felser den Sonthofener Ableger von Pulse of Europe bereits mehrfach angegriffen habe. Nicht trotzdem, sondern gerade deswegen hätte man sich in Sonthofen für die Einladung des AfD-Politikers entschieden. Die Veranstalter hätten Felser klare Vorgaben erteilt, zu welchen Themen zu sprechen sei, Moderatoren seien darauf vorbereitet gewesen, notfalls zu intervenieren. Jedoch: »Es gab keine Außreißer der AfD«, sagt Hartung. Applaus hätte Felser kaum bekommen. Als unangemessen hätten die Veranstalter allerdings den lautstarken Protest zweier Gewerkschafterinnen gegen den Auftritt des AfD-Politikers empfunden.

Eine gekürzte Version dieses Artikels erschien zuerst bei bnr.de.

 

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