Als erstmaligen Erfolg im Allgäu kann Der Dritte Weg einen Aufmarsch am vergangenen Samstag verbuchen. Weitgehend ungestört marschierten rund 35 Neonazis durch Kempten.
Seit Jahren dümpelt Der Dritte Weg im Allgäu vor sich hin. In der Hoffnung, neues Personal zu rekrutieren fahren die wenigen lokalen Aktivisten permanent durch die Region und werfen Flugblätter wahllos in Briefkästen ein. Mit tatkräftiger Unterstützung von Parteikadern aus München sollten der Partei im April Infostände in Kempten und Memmingen zum Erfolg verhelfen. Doch auch diese Aktionen blieben weitgehend ohne Außenwirkung.
Erst die Anwesenheit von Parteiprominenz machte den Unterschied. Die wenigen lokalen Aktivisten durften am Samstag neben aus ganz Bayern zusammengezogenen Aktivistinnen und Aktivisten und Kadern wie Matthias Bauerfeind, Peter Rausch, Kai-Andreas Zimmermann, Stella Ruff und dem wegen rechtsterroristischer Aktivitäten verurteilten Karl-Heinz Statzberger marschieren. So konnten die rund 35 Neonazis erstmals im Allgäu eine relevante Außenwirkung erzielen. Mit zahlreichen Flugblättern und Redebeiträgen gab man sich so als Kümmerer und Bauernfänger.
Blut-und-Boden Ideologie der Nationalsozialisten
»Unterstützt mit aller Kraft die regionale Bauernschaft«, stand etwa auf einem Schild der Rechtsradikalen »für einen starken Bauernstand«. Es ging aber auch martialischer: »Alle Tische stehen leer, schafft die Bauernfaust nichts her«. Tatsächlich aber geht es den Neonazis um die Agitation für einen »deutschen Sozialismus«. Mehrfach war die Parole »frei, sozial, national« zu hören.
Die sogenannte Blut-und-Boden Ideologie der Nationalsozialisten zeigte sich in den Redebeiträgen. Unter den Rednern war ein Kampfsportler, der mit Voice of Anger bei Herzblut in Memmingen trainiert. Auch Michael Kleemann trat erstmals öffentlich in einer Demonstration für die Neonazipartei auf. Auch rassistische Flugblätter wurden verteilt. Protest zeigte sich dagegen kaum.
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