Als erstmaligen Erfolg im Allgäu kann Der Dritte Weg einen Aufmarsch am 19. Oktober 2019 verbuchen. Weitgehend ungestört marschierten rund 35 Neonazis durch Kempten.

Neonazis geben sich »volkstreu und grün«

Lindau, 26. November 2019. Im Dunkeln verteilen Neonazis in Orten um Lindau Flugblätter, die Landwirte für einen neuen Nationalsozialismus mobilisieren sollen.

»Die große Bauerndemonstration in Berlin« wollen Neonazis aus der Bodenseeregion zum Anlass genommen haben, in Lindau »auf die missliche Lage der deutschen Landwirtschaft aufmerksam zu machen«. Das schreibt die Neonazipartei Der Dritte Weg am Dienstag auf ihrer Homepage. Man habe »Hunderte Flugblätter verteilt«, um auf die »untragbaren Zustände für die heimischen Landwirte« hinzuweisen.

Neonazis auf Bauernfang

Ein Aktivist aus der Region, der mit Voice of Anger bei Herzblut in Memmingen Kampfsport trainiert, hielt während eines Aufmarsches der Partei Der Dritte Weg in Kempten einen Redebeitrag.
Ein Aktivist aus der Region, der mit Voice of Anger bei Herzblut in Memmingen Kampfsport trainiert, hielt während eines Aufmarsches der Partei Der Dritte Weg in Kempten einen Redebeitrag.

Der Artikel enthält auch vier Photos. Sie alle zeigen einen Mann in einer Jacke der Partei, der im Dunkeln vor einem Ortsschild steht und Flugblätter in die Höhe hält. So wollen die Neonazis offenbar zeigen, dass sie die Flugblätter in den Lindau umgebenden Orten Bechtersweiler, Unterreitnau, Rickatshofen und Eggatsweiler verteilt haben. Die Aktion stand unter dem Motto »volkstreu und grün«.

Als erstmaligen Erfolg im Allgäu machte sich Der Dritte Weg mit einem Aufmarsch im Oktober auf Bauernfang. Mit der Parole »unterstützt mit aller Kraft die regionale Bauernschaft« marschierten rund 35 Neonazis »für einen starken Bauernstand« durch Kempten. Tatsächlich aber geht es den Neonazis um die Agitation für einen »deutschen Sozialismus«. Mehrfach war etwa die auf den Nationalsozialismus verweisenden Parole »frei, sozial, national« zu hören.


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.