»Gegen Massenimigration«: Die Allgäuer AfD wirbt in der Kemptener Fußgängerzone um Stimmen für Landtags- und Bezirkstagswahl.

Spontaner Protest gegen AfD-Infostand

»Rassismus ist keine Alternative«: Unter diesem Motto protestierten rund ein halbes Dutzend Menschen spontan gegen einen Infostand der AfD in der Kemptener Fußgängerzone.

Samstags in der Fußgängerzone. Ein Mann steht in der Mittagshitze und hält ein Schild: »Rassismus ist keine Alternative«. Ihm gegenüber ein Wahlkampfinfostand der AfD. Das Schild hatte er spontan ausgedruckt, nachdem er vor dem Künstlerhaus die Rechtsaußenpartei entdeckte und war zurück gekommen, um zu protestieren.

»Gegen Massenimmigration« hieß es auf der anderen Seite, bei der AfD. Das erzählt eine junge Frau, deren Vater einst aus der Türkei nach Deutschland gezogen ist. Als eine von etwa einem halben Dutzend Personen schloss sie sich dem Mann mit dem Schild an. Ihr erklären Wahlkampfhelfer der AfD, dass sich die Partei für Volksentscheide einsetze.

Freude über verhinderten Moscheebau

Gemeint ist das von der AfD angezettelte Referendum in Kaufbeuren, mit dem der Bau einer Moschee vorerst verhindert wurde. Das muslimische Gebetshaus sollte das alte ersetzen, das zu klein geworden war. Schon im Vorfeld hetzten Islamfeinde in Kaufbeuren massiv gegen Muslime. Nach der Entscheidung reichte die Freude Rechtsradikaler über den Ausgang des Bürgerentscheids bis ins Neonazimilieu. Die AfD verschärfte ihren Ton. Hassbriefe, Beleidigungen und Drohungen überschritten Grenzen.

Die AfD präsentierte an diesem Samstag ihre Kandidaten zur anstehenden Landtagswahl, Wilhelm Vachenauer und Axel Keib. Es soll erst der elfte von 20 geplanten Infoständen bis zur Landtagswahl sein. Jeden Samstag wolle man eine andere Stadt besuchen, heißt es.


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