Unbekannte stehlen Davidstern und Kreuz von KZ-Gedenkstätte bei Türkheim. Die Tat dürfte bereits Jahre zurückliegen, wie die Polizei erst jetzt mitteilt.

Erneut Scheibe an KZ-Gedenkstätte eingeworfen

Türkheim, März 2020. Wie rund ein Jahr zuvor werfen Unbekannte eine Scheibe an der KZ-Gedenkstätte ein. Damals wurde bekannt, dass Davidstern und Kreuz fehlen.

Zwischen Samstag und Montag warfen Unbekannte eine Fensterscheibe eines Mausoleums auf der KZ-Gedenkstätte in Türkheim ein. Das meldete die Polizei am 27. Mai und bittet um Hinweise, die bei der Ermittlung helfen könnten. Die Polizei stuft die Tat als rechtsmotivierte politische Kriminalität ein.

Erst vor einem Jahr berichtete Allgäu rechtsaußen, dass  Unbekannte ein Scheibensegment auf der Rückseite der KZ-Gedenkstätte eingeworfen hatten. Damals teilte die Polizei auf Nachfrage mit, dass sie von einem rechten Tathintergrund ausgeht. Das gilt auch für den Diebstahl des Davidsterns und des Kreuzes der Gedenkstätte. Der Diebstahl liegt bereits Jahre zurück, war aber erst im Rahmen der Anzeigenaufnahme zur vor einem Jahr eingeworfenen Scheibe aufgefallen. Auch diese Taten hält die Polizei für rechtsmotiviert.

Erinnerungsort an KZ-Außenlager

Unbekannte stehlen Davidstern und Kreuz von KZ-Gedenkstätte bei Türkheim. Die Tat dürfte bereits Jahre zurückliegen, wie die Polizei erst jetzt mitteilt.
Auf einer Photographie des KZ-Mahnmal in Türkheim-Bahnhof aus dem Jahr 2006 sind Davidstern und Kreuz noch vorhanden. Photo: Wolfgang Wilhelm

Die Gedenkstätte mit dem jüdischen Friedhof nahe des Bahnhofs in Türkheim erinnert an das KZ-Außenlager Kaufering VI. Die Nazis errichteten es erst im Oktober 1944 als eines von über 100 Nebenlagern des KZ Dachau. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges diente es den Nationalsozialisten zur Rüstungsproduktion.

Das Konzentrationslager beherbergte während seines Bestehens mehrere Tausend vornehmlich jüdischer Häftlinge, die überwiegend aus dem Konzentrationslager Dachau sowie dessen Außenlagern nach Türkheim gebracht wurden. Eine größere Zahl ungarischer Juden wurde direkt aus Budapest nach Türkheim verbracht.


(Quelle: Pressemeldungen der Polizei vom 27. Mai 2020.)

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