Trotz strenger Geheimhaltung demonstrieren antirassistische Aktivistinnen und Aktivisten am 5. Dezember 2019 gegen die Versammlung, mit der sich die AfD Lindau zur Kommunalwahl aufstellen will. (Photos: Keine Stimme für Rassismus)

AfD-Geheimhaltung läuft leer

Trotz strenger Geheimhaltung demonstrieren antirassistische Aktivistinnen und Aktivisten am Donnerstagabend gegen die Versammlung, mit der sich die AfD Lindau zur Kommunalwahl aufstellen will.

»Im Laufe des heutigen Abends versammelten sich nach und nach immer mehr Personen vor dem Haus von Rainer Rothfuß in Lindau zu Protesten gegen die AfD«. Das schrieb die Kampagne Keine Stimme für Rassismus am Donnerstag auf Facebook. Mit zwei Transparenten und Punsch hätten die AfD-Gegner »der kalten Lindauer Nacht – gegen rechte Hetze am See und überall« getrotzt. Etwa 15 AfD-Anhänger hätten beim Betreten des Grundstücks gesichtet werden können.

AfD-Gegner demonstrieren trotz Geheimhaltung

Trotz strenger Geheimhaltung demonstrieren antirassistische Aktivistinnen und Aktivisten am 5. Dezember 2019 gegen die Versammlung, mit der sich die AfD Lindau zur Kommunalwahl aufstellen will. (Photos: Keine Stimme für Rassismus)
Trotz strenger Geheimhaltung demonstrieren antirassistische Aktivistinnen und Aktivisten am 5. Dezember 2019 gegen die Versammlung, mit der sich die AfD Lindau zur Kommunalwahl aufstellen will. (Photos: Keine Stimme für Rassismus)

Das gelang den Antirassisten trotz der Bemühungen der AfD Lindau, Ort und Uhrzeit der Nominierungsversammlung für die kommenden Kommunalwahlen in Bayern bis zuletzt geheim zu halten. Nicht einmal der Schwäbischen Zeitung wollte der Ortsvorsitzende Rainer Rothfuß den Ort der Veranstaltung verraten. Dem Chefredakteur von Allgäu ⇏ rechtsaußen schrieb Rothfuß, er werde ihn »sicher nicht zu unserer Aufstellungsversammlung zulassen.« Dagegen hatte Rainer Rothuß als Lindauer AfD-Chef im Vorfeld behauptet, diese würde »den Regularien gemäß […] öffentlich und auch medienöffentlich stattfinden«.

Rothfuß hatte zuletzt in Folge von Protesten mit dem Weingut Peter Hornstein offenbar den letzten verfügbaren öffentlichen Versammlungsort der Rechtsaußenpartei in Lindau und Umgebung verloren – Und wohl deshalb zusammen mit der Ankündigung seiner Landratskandidatur nebulös bekannt gegeben, dass die Nominierungsversammlung in den Firmenräumen eines
Mitgliedes stattfinden solle.

»Nachdem dieser geheimgehaltene Ort der angeblich
öffentlichen Versammlung durch eine von mehreren Personengruppen, die am Abend mögliche Versammlungsorte auf ein Eintreffen von Vertreter_innen der AfD überprüft hatten, identifiziert worden war, kam es zu einer Spontankundgebung vor dem Haus in der Bayerstraße.« Das berichtet die Initiative gegen Rassismus Westallgäu (IGRW) am Freitag in einer Mitteilung an die Presse. In dem Mehrfamilienhaus befinde sich gleichzeitig der Wohnsitz des AfD-Ortschefs.

»Um gegen die Normalisierung rechtsradikaler Positionen durch die AfD und die engen Verbindungen der Lindauer Ortsgruppe in verschwörungsideologische Kreise und zur
Reichsbürgerszene zu protestieren«, fanden sich demnach immer mehr Menschen an dem Ort ein. Offenbar folgten sie einem Facebook-Post von Keine Stimme für Rassismus .

Anwohner unterstützen Protest

Aufgrund des äußerst ungewöhnlichen Versammlungsortes der AfD in einem sehr ruhigen Teil der Stadt in dem sich nahezu ausschließlich Privatwohnungen mit vielen Familien befinden, sei laut IGRW bei der Kundgebung auf das ansonsten übliche Abspielen von Musik verzichtet. Im Laufe des Abend hätten sich auch Anwohner eingefunden, um ihre Zustimmung zu den Protesten und ihren Unmut über die rechten Umtriebe in ihrem Wohngebiet zum Ausdruck zu bringen. Einige sollen sich dem Protest zeitweise angeschlossen haben.

AfD-Gegner wollen auch den SUV des Oberallgäuer Kreistagskandidaten Ernst Jacob gesehen haben. Nach Recherchen von Allgäu ⇏ rechtsaußen offenbar einer Vernetzungsgruppe beigetreten ist, in der rechtsradikale Inhalte kursieren. Dort beteiligte sich auch der Stadtratskandidat Sascha Merk.

Trotz kalter Temperaturen dauerte die Kundgebung bis in die Nacht hinein an, so IGRW. Als »völlig absurd« bezeichnete die Initiative unter dem Eindruck der Geheimniskrämerei der AfD, dass Rainer Rothfuß vorab von einem öffentlichen Charakter seines Treffens sprach. Das lasse ihn als Landratskandidaten »in einem äußerst unseriösen Licht stehen.«

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