Beleidigung und Sachbeschädigung an Wahlkreisbüro in Kaufbeuren

Kaufbeuren, 30. September 2019. Unbekannte beschädigen den Briefkasten am Parteibüro der Linken mit rechtsradikalen Aufklebern und hinterlassen Schmähschrift gegen Bundestagsabgeordnete.

Nachdem das Augsburger Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden der Linken im Bundestag, Susanne Ferschl, schon mehrmals das Ziel rechtsradikaler Angriffe wurde, kam es nun auch zu einem Vorfall am Kaufbeurer Büro. Das berichtet die Partei in einer Mitteilung an die Presse.

»Wir lassen uns nicht einschüchtern!«

Unbekannte brachten am Briefkasten des Parteibüros einen Aufkleber der rechtsradikalen Identitären Bewegung und einen der sich gegen »die Linken« richtet an. Außerdem befand sich ein handgeschriebener Zettel mit beleidigendem Inhalt im Briefkasten.

»Die Übergriffe der Neonazis nehmen zu und werden personalisierter. Angriffe, Drohungen und Beleidigungen dürfen aber nicht zum Alltag werden«, erklärte Ferschl dazu am Montag. Zuletzt erhielt die Integrationslotsin der Stadt mehrfach Droh- und Schmähschriften, nachdem sie wegen Aufklebern der Identitären Anzeige erstattete. Doch Ferschl will sich nicht beeindrucken lassen: »Den Neonazis sei gesagt: ‚Wir lassen uns nicht einschüchtern!‘« So sieht das auch das Bündnis Kaufbeuren gemeinsam gegen Rechts, das sich jüngst in gründete.

Reaktion auf Einsatz für Frauenrechte?

Der handgeschriebene Zettel, der Allgäu ⇏ rechtsaußen vorliegt, beleidigt Ferschl als »kinderloses Miststück«. Womöglich ist die Schmähschrift eine Reaktion auf ein Facebook-Posting, mit dem Susanne Ferschl sich am Samstag auf Facebook für Frauenrechte stark machte.

Darin weist sie zum internationalen Safe Abortion Day darauf hin, dass Frauen in Bayern der Zugang zu Beratung bei ungewollter Schwangerschaft und zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen »systematisch verwehrt« werde. Für Ferschl »ein elementarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung«. Jedoch sei in den meisten Regionen »ein Schwangerschaftsabbruch gar nicht mehr möglich, Ärztinnen und Ärzte werden stigmatisiert, selbst an Beratungseinrichtungen fehlt es«, kritisiert die Allgäuer Bundestagsabgeordnete und Gewerkschafterin.

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