Mehr als ein Dutzend Menschen protestiert spontan gegen einen Infostand zum Auftakt des Europawahlkampfes der AfD in Kempten.

Galgenhumor auf Kosten der AfD

Antirassistische Kampagne ruft im Allgäu »zur Schnitzeljagd nach den letzten Überbleibseln des AfD Wahlkampfes in der Öffentlichkeit« auf.

»Achtung, Achtung! Wir brauchen dringend eure Mithilfe: Gesucht wird der öffentliche AfD-Wahlkampf.« Mit diesen Worten ruft die Kampagne Keine Stimme für Rassismus (KSFR) augenzwinkernd seit Mittwoch für kommenden Samstag auf ihrer Facebook-Seite »zur Schnitzeljagd nach den letzten Überbleibseln des AfD Wahlkampfes in der Öffentlichkeit auf«.

Geheime öffentliche Veranstaltung

Denn: Die AfD habe im Allgäu als Folge von direkten Protesten gegen ihre rechte Hetze im Europawahlkampf zuletzt eine Vielzahl von geplanten Wahlkampfständen platzen lassen. Zuvor veröffentlichte die Kampagne gegen Rassismus die die interne Terminplanung der Allgäuer AfD. Auch die Durchführung öffentlicher Abendveranstaltungen im Allgäu scheint der AfD Probleme zu bereiten.

Erst am vergangenen Samstag sei der kürzlich gegründete Lindauer AfD-Ortsverband von Rainer Rothfuß mit seiner einzigen Wahlkampfveranstaltung zur EU-Wahl kurzfristig nach Nonnenhorn ausgewichen, so KSFR: »Der Ort blieb ihr Geheimnis, was für eine ›öffentliche Informationsveranstaltung‹ schon einigermaßen absurd erscheint.«

Tatsächlich gab die AfD den Veranstaltungsort nur auf Anfrage heraus. Auf Facebook entschuldigte sich der Ortsverband für »die leider notwendige Schutzmaßnahme gegen rabiate ›bunte‹ Demokratie-Verweigerer«. Wer an der Veranstaltung teilnehmen wollte, musste sich per Telefonanruf anmelden. Für eine Presseanfrage war die Nummer allerdings nicht mehr erreichbar.

»Zeichen für ein solidarisches und weltoffenes Allgäu«

Galgenhumor auf Kosten der AfD: Antirassistische Kampagne ruft im Allgäu »zur Schnitzeljagd nach den letzten Überbleibseln des AfD Wahlkampfes in der Öffentlichkeit« auf.
Galgenhumor auf Kosten der AfD: Antirassistische Kampagne ruft im Allgäu »zur Schnitzeljagd nach den letzten Überbleibseln des AfD Wahlkampfes in der Öffentlichkeit« auf.

Offenbar in einem Anflug von Galgenhumor auf Kosten der AfD sucht die antirassistische Kampagne deshalb nun Unterstützung. Am kommenden Samstag – dem Tag vor der Europawahl – solle man nach den »Überbleibseln« des öffentlichen EU-Wahlkampfes der AfD im Allgäu suchen:

»Ab 9 Uhr hatte der Allgäuer Ortsverband eigentlich Wahlkampfstände in Kempten, Lindenberg und Sonthofen geplant. Wird die AfD auch diese Termine platzen lassen? In Lindau hat sie sich bislang gar nicht blicken lassen. Startet Rainer Rothfuß am Samstag doch noch einen Versuch in seiner Heimatstadt Wahlkampf zu machen? Verirrt sich die AfD vielleicht diesmal nach Immenstadt? Zieht sie sich ins Restaurant Bassano ihres aktiven Mitgliedes in Oberstaufen zurück?«

Mit der Aktion will Keine Stimme für Rassismus laut Aufruf »ein deutliches Zeichen für ein solidarisches und weltoffenes Allgäu und Europa setzen!«


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

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