Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) berichtet von einem »schwierigen Vorfall« an einer Schule: Ein Schüler skandiert rechtsradikale Parolen, verschickt Photos mit entsprechendem Inhalt und bedroht Sinti-Mitschüler*innen. Rektor und Polizei bagatellisieren den Vorfall, stellen sich stattdessen auf die Seite des Täters.
Ein Schüler habe rechtsradikale Parolen im Pausenhof einer Realschule in Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg) skandiert und Photos mit extrem rechten, sowie verbotenen Inhalten an Mitschüler*innen verschickt. Bis auf die Aufforderung des Rektors an alle Schüler*innen, das Material zu löschen, gab es zunächst keine Konsequenzen für diese Vorfälle.
»Ich ritze euch ein Hakenkreuz in die Stirn«
Nachdem der Junge die Sinti-Schüler*innen mit den Worten »Ich ritze euch ein Hakenkreuz in die Stirn« bedroht habe, sei es zum offenen Streit mit diesen gekommen. Konsequenzen für den Täter, der sich mittlerweile ein »selbstgebasteltes Messer« zugelegt gehabt habe, habe es weiterhin nicht gegeben. Anstelle dessen seien alle Sinti, »auch jene, die am Streit nicht beteiligt waren«, von der Schule ausgeschlossen worden.
Einschüchterung statt Opferschutz?
Der Vater eines betroffenen Jungen habe sich erfolglos an die Polizei gewandt. Demnach habe der Polizist den Fall nicht ernst genommen, »die Sinti unter Generalverdacht« gestellt und versucht, »die Familie einzuschüchtern«. Auch der Antidiskriminierungsstelle wurde der Vorfall gemeldet, woraufhin ebenfalls Einschüchterungsversuche gegenüber des*r Sachbearbeitenden seitens des Schulrektors gefolgt seien. Infolgedessen sei der Junge, der für die rechtsradikalen und antiziganistischen Vorkommnisse verantwortlich war, einige Tage von der Schule suspendiert worden.
»Verfassungsfeindliche Stimmungen müssen an den Schulen ernst genommen werden.«
Betroffene wandten sich mit dem Fall an den Sinti Powerclub e.V., der den Vorfall an die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus weiterleitete, die diesen veröffentlichte. Die MIA plädiert: »Antiziganismus darf keinen Platz an Schulen und schon gar nicht bei der Polizei haben. Rechtsradikale und verfassungsfeindliche Stimmen dürfen nicht bagatelisiert werde [sic]. Verfassungsfeindliche Stimmungen müssen an den Schulen ernstgenommen werden.«
Antiziganistische Vorfälle können auf antiziganismus-melden.de gemeldet werden.
Was kann man dagegen tun? Eigentlicher die Schulleitungzur Trchenschaft ziehen.
Dieser Vorfall muss Konsequenzen sowohl für den Schulleiter ( Disziplinarverfahren)als auch für den Schüler ( Schulverbot und zwingend pädag. Aufarbeitung des Vorfalls) .haben
Es ist nicht hinzunehmen, dass Rechtsradikalismus und verfassungsfeindl. Umtriebe in Schulen NICHT geahndet werden.
Gab es in dieser Sache eine Entwicklung? Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Aggressor bleiben kann und mit welchem Grund man die Sinti-Schüler*innen komplett aus der Schule ausschließen kann. Sorry, aber da muss es doch ein Gesetz oder eine klare Regelung durch das Schulamt geben, bevor man jemanden der Schule verweist.
Wäre interessant zu wissen, wie es in der Sache mittlerweile steht.