Kempten gegen Rechts protestiert gegen Querdenken-»Spaziergang«

Am Montag will Kempten gegen Rechts wieder gegen einen »Montagsspaziergang« von Querdenken auf die Straße gehen und so über »die gefährlichen Corona-Leugner*innen« aufklären.

Seit einigen Wochen gibt es nun auch in Kempten wieder teils große unangemeldete »Montagsspaziergänge« aus dem Dunstkreis von Querdenken. Sie tarnen sich dabei durch eine bewusst friedliche Außendarstellung und versuchen behördliche Auflagen zu umgehen, indem sie größtenteils ohne Kundgebungsmittel auftreten. Das kritisiert die Gruppe Kempten gegen Rechts am Donnerstag in einer Mitteilung an die Presse. Personell gäbe es jedoch keinerlei Unterschied zu den vergangenen Demonstrationen der Corona-Leugner*innen. Diese Aufzüge seien weiterhin »Ausdruck einer rechten bzw. mindestens stark rechtsoffenen Bewegung!«

»Weißt du, wer da spazieren geht?«

Deswegen ruft die Initiative auch für den kommenden Montag, den 3. Januar 2022, ab 17.45 Uhr wieder zu einem Gegenprotest in der Bahnhofstraße beim Kaufhaus C&A auf. Unter dem Motto »Weißt du wer da spazieren geht?« will sie so die Bevölkerung wieder dafür sensibilisieren, »welch gefährliche Gruppen da durch ihre Stadt ziehen.« In einem Aufruf benennt Kempten gegen Rechts ausführlich die Motive für den Protest.

»Die Initiator*innen des Gegenprotestes«, schreiben sie dort etwa, »möchten die gefährlichen Corona-Leugner*innen endlich als das enttarnen was sie in ihren Augen tatsächlich sind: eine Masse rücksichtsloser Egoist*innen, die für die eigene Freiheit die Freiheit von Schwächeren opfert, mit radikalen Rechten auf die Straße geht, immer noch im großen Stil Werbung für ein Verweigern von Corona-Schutzmaßnahmen betreibt und sich so zum Steigbügelhalter des Faschismus macht!«

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Stadt erlaubt Querdenken-Versammlungen ohne Anmeldung

Während Kempten gegen Rechts vor der Gefährlichkeit der Querdenken-Versammlungen warnt, erlässt die Stadt am Donnerstag eine Allgemeinverfügung, die diese nicht angemeldeten Versammlungen präventiv generell zulässt. Bereits zuvor kritisierte Kempten gegen Rechts die Polizei für ihren Umgang mit Querdenken.

Auch in Memmingen soll es am Montag zum Protest gegen Querdenken kommen. Hier lautet das Motto: »Solidarität mit den Arbeiter*innen im Sozial- und Gesundheitsbereich statt Geschwurbel und Egoismus«.

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Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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