Gegen egoistische Fremdgefährdung und rechte Propaganda in Memmingen und Ottobeuren

Antifaschist_innen wenden sich am Montag erneut »gegen die rechtsoffenen ›Querdenkenden‹ und deren egoistisches Verhalten«. Zuerst wollen sie in Memmingen und dann in Ottobeuren an bisherige Erfolge gegen Querdenken anknüpfen.

Antifaschist_innen aus Memmingen und der soziokulturelle Verein rufen für kommenden Montag, den 24. Mai, erneut dazu auf, »sich gegen die rechtsoffenen ›Querdenkenden‹ und deren egoistisches Verhalten zu erheben.« Der Gegenprotest soll um 17.45 Uhr auf dem Marktplatz Memmingen vor dem Lotto-Laden Baumann starten, heißt es am Freitag in einer Pressemitteilung. Zugleich wollen am Marktplatz auch wieder die Anhänger_innen der Querdenken-Szene demonstrieren.

Gegen egoistische Fremdgefährdung und rechte Propaganda

Als er versucht, den Protest im Hintergrund zu provozieren, drängt die Polizei einen Querdenken-Redner ab.
Als er versucht, den Protest im Hintergrund zu provozieren, drängt die Polizei einen Querdenken-Redner ab.

Denn die Mitglieder der Querdenken-Bewegung verbreiten laut Aufruf »konsequent antisemitisches, antidemokratisches und verschwörungsideologisches Gedankengut und treiben durch ihre beständige Offenheit für extreme Rechte genau diesen gefährlichen Rechtsruck in unserer Gesellschaft massiv voran.« Zudem leugneten die Teilnehmenden die Pandemie und lehnten sämtliche Schutzmaßnahmen ab. Dadurch gefährdeten sie ihre Mitmenschen erheblich und verhöhnten jene, »die tagtäglich für die Eindämmung der Pandemie kämpfen.«

Dies sei auch bei der Querdenken-Versammlung am vergangenen Montag zu beobachten gewesen, als eine Rednerin Nazi-Propaganda über einen angeblichen Plan zur Vernichtung des deutschen Volkes verbreitete – eine Verschwörungslegende, die ihre Wurzeln in den 1930er Jahren hat. Die Präsenz des Gegenprotest habe Querdenken allerdings irritiert. Mehrere Teilnehmende hätten sich bei der Polizei oder den Gegenprotestierenden beschwert. Eine Person hatte den Gegenprotest derart provoziert, dass sie von der Polizei zurückgedrängt wurde.

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Antifaschist_innen wollen an Protest-Erfolge anknüpfen

»Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungskram« fordern Antifaschist_innen  in Memmingen bereits seit einem Jahr.
»Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungskram« fordern Antifaschist_innen in Memmingen bereits seit einem Jahr.

Das verbuchen die Antifaschist_innen in ihrer Pressemitteilung als Erfolg, an den sie anknüpfen wollen. Denn »diesem verantwortungslosen, abwertenden Verhalten« dürfe »kein Raum gegeben werden.« Daher der Aufruf, am Montag ab 17:45 Uhr am Marktplatz vor dem Lotto-Laden Baumann erneut »gegen die menschenfeindlichen Inhalte der Bewegung und deren Egoismus laut zu werden.« Angesichts der hohen Inzidenz sind Teilnehmende angehalten, vorab einen Schnelltest zu machen und den Infektionsschutz zu beachten.

Zuletzt führte der beharrliche Protest gegen Querdenken in Kempten dazu, dass sich dieser Teils nach Memmingen und Ottobeuren verlagerte. Dort soll es im Anschluss an die Veranstaltung in Memmingen ebenfalls am Montagabend ab 20:30 Uhr zu einer Kundgebung am Marktplatz kommen. Das geht aus einem weiteren Aufruf hervor, der im Internet kursiert.  »Für ein solidarisches Ottobeuren« wendet dieser sich »gegen Querdenken, schikanöse Polizeikontrollen und sinnlose Coronamaßnhamen«.

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Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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