Neonazi will in acht Gemeinden Bürgermeister werden

In acht Gemeinden, teils in Oberschwaben, tritt Samuel Speitelsbach als Bürgermeisterkandidat an. Das tat er in der Vergangenheit schon in verschiedenen Gemeinden und verstörte mit rassistischen Aussagen.

Wie Der Westallgäuer berichtet, tritt Samuel Speitelsbach in Achberg im Landkreis Ravensburg, Schömberg im Schwarzwald, Kraichtal bei Karlsruhe, Küssaberg an der Schweizer Grenze, sowie Hügelsheim, Beilstein, Obersontheim und Rot am See zur Bürgermeisterwahl an. Bereits bei vergangenen Wahlen verstörte der Dauerbewerber mit rassistischen Aussagen, Hitlergruß und positiver Bezugnahme auf Adolf Hitler.

Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Bombendrohung

Speitelsbach tritt für keine Partei an, was bei seinem Ruf wenig überraschend ist. Im Mailverkehr mit Sonnenstaatland, einem Satire- und Aufklärungsprojekt zur Szene der Reichsbürger und Selbstverwalter, gab er an, früher bei der Jungen Union und der AfD gewesen zu sein. Auch gegenüber des Schwarzwälder Boten bezeichnete er sich als ehemaliges AfD-Mitglied. In seinem Buch schreibt er laut dem Schwarzwälder Boten von »minderwertige[n] Rassen mit genetischen Defekten«, möchte als »König von Christi Gnaden« angesprochen werden und beendet seine Mail mit »Heil Christi«. 2019 stellte er Eva Braun als »einzigen Gott« und Adolf Hitler als »seinen Propheten« dar. Auf einem Twitterkanal, den Speitelsbach vermutlich betreibt, verbreitet er islamfeindliche Inhalte.

Sein Treiben bleibt dabei nicht ohne Konsequenzen. Weil er unter dem Namen Ärzte mit Grenzen unerlaubt eine Krankenversicherung betreibt, hat ihm die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bereits am 7. Dezember 2020 aufgegeben, das Versicherungsgeschäft einzustellen. 2019 ermittelt die Kripo wegen Volksverhetzung und Androhung einer Straftat gegen ihn. Speitelsbach hatte damit gedroht eine Schule in die Luft zu sprengen.


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.