Aufkleber des rechtsradikalen Vereins EinProzent e.V. wurden in Weingarten entdeckt.

Rechtsradikale Propaganda in Weingarten

Weingarten, 29. Juli 2020. In Weingarten entdecken Leser_innen eine große Zahl Sticker eines rechtsradikalen Vereins, die zum Teil bereits wieder entfernt wurden.

Leser_innen meldeten mehrere Aufkleber des rechtsradikalen Vereins Ein Prozent e.V. in Weingarten gefunden zu haben und fügten Fotos als Beleg bei. Eines der Fotos zeigt einen Sticker auf einem Laternenpfahl vor dem Schlössle in der Weingartener Scherzachstraße. Die Aufkleber sind über eine große Strecke der Scherzachstraße sowie rund um den Broner Platz verteilt.

Inhaltlich richten sich die Aufkleber überwiegend gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel und fordern auf arabisch Geflüchtete zur Ausreise auf. Stellenweise sei das Propagandamaterial bereits entfernt worden.

»Ein Prozent für unser Land«

Buchumschlag der Veröffentlichung von Peter Felser und Götz Kubitschek.

Seit Juni 2020 wird Ein Prozent e.V. vom Bundesverfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Grund dafür ist, wie die Zeit berichtet, seine ideologische Ausrichtung und die Vernetzung ins rechtsextremistische Spektrum.

Der Verein selbst sieht sich als »Deutschlands größtes patriotisches Bürgernetzwerk«. Tatsächlich sammelt er Gelder unter anderem für Projekte der rechtsradikalen Identitären Bewegung. Der zugrunde liegende Vernetzungsgedanke wird durch seine, aus verschiedenen Bereichen des rechten Spektrums stammenden, namhaften Unterstützer illustriert. Dazu zählen neben dem gebürtigen Ravensburger und neurechten Vordenker Götz Kubitschek, auch der islamfeindliche Publizist Jürgen Elsässer sowie der AfD-Politiker und Anhänger des formal aufgelösten rechtsradikalen »Flügel« Hans-Thomas Tillschneider und der emeritierte Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider.

Mehr zu diesem Thema:  Peter Felser im Lebensbund

Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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