Keine Stimme für Rassismus sieht »dringenden Handlungsbedarf« in Oberstaufen und will nach einer spontanen Aktion am Dienstag künftig monatlich gegen den AfD-Stammtisch in der Pizzeria Bassano protestieren. (Photo: Keine Stimme für Rassismus)

Dauerprotest vor »rechtem Brennpunkt«

Am Dienstag wollen AfD-Gegner*innen erneut vor dem Stammlokal der Rechtsaußenpartei in Oberstaufen protestieren. Es ist bereits die dritte Kundgebung dort in diesem Monat.

Die Kampagne Keine Stimme für Rassismus (KSFR) ruft auch nach der Wahl zu Protesten gegen ein Treffen der AfD in der Pizzeria Bassano in Oberstaufen auf. Am kommenden Dienstag will die Gruppe nach eigenen Angaben ab 18:30 Uhr »bereits zum sechten mal in diesem Jahr vor dem Bassano ein deutliches Zeichen gegen die Normalisierung rechtsradikaler Positionen durch die AfD und für ein weltoffenes Allgäu setzen.«

Im Lokal ist zeitgleich ein Treffen der Rechtsaußenpartei geplant. Dort will unter anderem der Kreisvorstand der AfD, Peter Felser, zum Thema Mittelstand sprechen. Der Fraktionsvize im Bundestag führt hierzu im Ankündigungstext zur Veranstaltung an, er sei selbst Inhaber eines mittelständichen Betriebes. Gemeint ist der wk&f Filmverlag. Dieser ist mehrfach durch die Produktion von Videos mit volksverhetzendem und antisemitischem Charakter für die rechtsradikalen Republikaner aufgefallen.

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Staufner wehren sich gegen AfD-Gastwirt

Vor dem AfD- Stammlokal Bassano in Oberstaufen protestieren Gegner*innen der Partei fortlaufend gegen rechte Hetze und für ein weltoffenes Allgäu. (Foto: KSFR)

Bei dem Betreiber des Bassano handelt es sich um den Schatzmeister des örtlichen Kreisverbandes, Axel Keib. Diesem wirft  KSFR im aktuellen Protestaufruf vor, er habe den Kurort Oberstaufen zum Brennpunkt rechtspopulistischer bis rechtsradikaler Veranstaltungen in der Region gemacht. Tatsächlich hatte die Rechtsaußenpartei in den vergangenen Monaten nahezu sämtliche Veranstaltungen nach Oberstaufen verlegt, da in der gesamten Region nahezu kein anderer Gastwirt mehr bereit ist der ihr Räume zur Verfügung zu stellen.

Bereits am vergangenen Dienstag und in der Woche zuvor hatten dutzende Gegner*innen der AfD vor dem Lokal protestiert. Die Aktionen stehen in einer Reihe mit bereits seit dem vergangenen Jahr anhaltenden Dauerprotesten in Oberstaufen. Der Anteil an ortsansässigen Teilnehmer*innen ist über die vergangenen Monate dabei stetig angestiegen, wie eine Sprecherin von Oberstaufen bleibt bunt auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Die Gruppe verzeichnet demnach immer regeren Zuwachs und erfahre viel Zuspruch in dem Allgäuer Kurort.

»Immer mehr Bürgerinnen und Bürger von Oberstaufen erkennen den braunen Sumpf, der durch das Bassano hier direkt vor ihrer Haustüre entsteht. Und diesen braunen Sumpf will hier keiner haben«, erklärte die Sprecherin von Oberstaufen bleibt bunt weiter. Sie betont, dass es in Staufen keine besondere Sympathie für die AfD gebe. Vielmehr sei für die vielen rechten Treffen einzig Axel Keib verantwortlich, der das Bassano zunehmend zu einer Art Vereinsheim der Rechtsaußenpartei mache.

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