Nach Provokation eines türkischen Faschisten mit dem Wolfsgruß löst die Polizei eine pro-kurdische Demonstration auf.

Faschistischer Wolfsgruß und Totenkopf als Provokation

Friedrichshafen, 16. Oktober 2019. Nach Provokation eines türkischen Faschisten mit dem Wolfsgruß löst die Polizei eine pro-kurdische Demonstration auf.

Am Mittwoch demonstrierten laut Polizeiangaben 90 Menschen in Friedrichshafen auf einer angemeldeten Versammlung gegen die Bombardierungen im Norden Syriens durch das türkische Militär. Schon zu Beginn der Veranstaltung bemängelte die Polizei, es »seien mehrere Fahnen gezeigt worden, die geeignet wären, die Aggression weiter anzustacheln«. Das Zeigen dieser Fahnen wurde von der Polizei untersagt. Dies wird von Teilnehmer_innen der Demonstration als nicht rechtmäßig zurückgewiesen. Das von der Polizei durchgesetzte Verbot habe sich auf in Deutschland nicht verbotene Schriftzüge bezogen.

Polizei nimmt Provokateur fest und löst Versammlung auf

Zur Eskalation kam es durch das Erscheinen eines 44-Jährigen türkischer Nationalität. Laut Angaben der Polizei näherte sich dieser der Versammlung mit seinem PKW und provozierte die Kundgebungsteilnehmer durch das Zeigen des sogenannten Wolfsgrußes. Dieser ist das Erkennungszeichen verschiedener rechtsradikaler türkisch-nationalistischer Gruppierungen.

Der Provokateur wurde vor Ort von der Polizei festgesetzt und anschließend aufgrund eines bestehenden Vorführbefehls festgenommen. In der Folge löste die Polizei die Versammlung auf. Sie wirft Teilen der Demonstranten vor, versucht zu haben »des 44-Jährigen gewaltsam habhaft zu werden«. Dieser Darstellung widerspricht eine Teilnehmerin der Demonstration, die der Polizei ihrerseits vorwirft, sie habe den Provokateur mehr als 20 Minuten gewähren lassen und diese sei zu spät gegen ihn vorgegangen. Den Wolfsgruss sowie einen wappenartigen Totenkopfaufdruck auf dem Wagen des 44-Jährigen beurteilt sie im Zusammenhang mit den kriegerischen Auseinandersetzungen in Nordsyrien, die Anlass der Versammlung war, als direkte Bedrohung.


(Titelbild: Ursula Binzenhoefer, Screenshot Facebook)

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