Aufmarsch der Partei »Der III. Weg« am 1. Mai 2016 in Plauen. Später liefern sich die Neonazis gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. ©S. Lipp

Neonazis flyern in Ottobeuren

Ottobeuren, 1. April 2019. Aktivisten der neonazistischen Partei Der Dritte Weg fallen erneut mit rassistischen Flugblättern auf.

Das berichten die rechtsradikalen Aktivisten auf ihrer Homeplage. Dort heißt es, die Aktion habe in Ottobeuren stattgefunden, »um die Bürger auf die steigende Ausländerkriminalität hinzuweisen«. Allgäu ⇏ rechtsaußen liegen die Flugblätter der eng an den historischen Nationalsozialismus angelehnten Partei vor. Darin leiten die Neonazis aus einem »Sicherheitsgefühl der Bürger« ab, dass abwertend als »Fremdländer« bezeichnete Personen für »zunehmende« und »bestialische« Gewalttaten in Deutschland verantwortlich seien.

Auch am 3. April tauchten die rassistischen Flugblätter nach Meldung von Anwohnern in Ottobeurer Briefkästen auf.

Statistiken verworfen, Politiker pathologisiert

Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg nehmen am 30. September an einer Kundgebung der AfD in Ottobeuren teil. Einer trägt Quarzhandschuhe.
Allgäuer Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg nehmen am 30. September 2018 an einer Kundgebung der AfD in Ottobeuren teil. Einer trägt Quarzhandschuhe.

Diese Behauptung will aber nicht so recht zu den von der Polizei erhobenen Fallzahlen passen. Deshalb werden diese als »nebulöse ›Kriminalitätsstatistiken‹« in Frage gestellt. Ohne Begründung heißt es, deren Erhebung habe »mit Wissenschaftlichkeit wohl nicht das geringste zu tun«, weshalb man ihnen nicht glauben solle.

Die Neonazis wollen sich allem vermeintlich Fremden entledigen, Politikern unterstellen sie »pathologische Verachtung für das eigene Volk« und eine »untertänige Fremdliebe«.

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