Der Sänger von Faustrecht stachelt bei einem Konzert von Blood&Honour in Belgien die Menge auf. Es werden Hitlergrüße gezeigt.

Aus für Allgäuer Nazi-Urgestein?

Laut einem Gerücht soll sich Faustrecht nach rund 25 Jahren Bandgeschichte aufgelöst haben.

»Faustrecht war eine deutsche Rechtsrock-Band aus Schwaben«, heißt es im Wikipedia-Eintrag des Neonazi-Urgesteins. Laut Wikipedia habe die Band im Frühjahr 2018 auf ihrer Website ihre Auflösung bekannt gegeben. Dafür allerdings finden sich nirgendwo mehr Belege.

Ursprünglich eingebracht hatte die Information der Wikipedia-Nutzer Reiner Gegenbauer am 2. Juli 2018 – zunächst noch ohne den Verweis auf die Internetseite der Band. Ein anderer Benutzer ergänzte wenige Minuten später, dass die Auflösung auf der Website bekannt gegeben worden sei.

Nur ein Gerücht?

Dort ist eine entsprechende Information allerdings nicht mehr abrufbar, da Besucher der Website direkt auf die Homepage des Allgäuer Neonazi-Plattenlabel Oldschool Records weitergeleitet werden.

Die Weiterleitung ist nach Recherchen von Allgäu ⇏ rechtsaußen spätestens seit August 2018 eingerichtet. In den letzten Jahren gab es dort nur ein Plattencover, eine Mailadresse und einen Link zu Oldschool Records zu sehen – bis Dezember 2017. Dann wurde der Inhalt der Seite (abgesehen von rudimentären Resten des ursprünglichen HTML-Codes) gelöscht. Wir konnten nachvollziehen, dass dieser Zustand bis zum 22. April unverändert blieb. In den folgenden vier Monaten bis zum 28. August ist unklar, wie die Website ausgesehen hat.

»Nogge«, der Mindelheimer Sänger der Band, ist nicht bereit zur Auflösung von Faustrecht Stellung zu nehmen. Auf telefonische Nachfrage legt er sofort auf ohne zu Antworten.

Hausband verbotener Skinheads Allgäu

Die 1994 als Hausband der verbotenen Skinheads Allgäu gegründete Gruppe spielte international auf Konzerten im ebenfalls verbotenen Blood&Honour-Milieu. So etwa vor zehn Jahren in Belgien. Der Auftritt wurde heimlich gefilmt, Allgäu ⇏ rechtsaußen veröffentlichte die Aufnahmen. Zuletzt trat Faustrecht in der Region vor einem Jahr auf dem 15-jährigen Jubiläum der Neonazikameradschaft Voice of Anger auf.

»Es stand damals direkt auf der Homepage, kann ich mich schwach erinnern«, erklärt der Nutzer der den Verweis auf die Website von Faustrecht in Wikipedia ergänzte. Er gehört zu den erfahreneren Editoren des Mitmachlexikons, an dem er sich seit einigen Jahren beteiligt. Nach eigener Aussage nimmt er die Belegpflicht sehr ernst. Gesichert habe er den Beleg allerdings leider nicht.

Im Jahr 2003 hatte sich die Band bereits einmal aufgelöst und 2005 wieder gegründet. Nach weiteren zwölf Jahren könnte die beinahe 25-jährige Karriere von Faustrecht nun tatsächlich zu Ende sein.

Erst im Juli verlor Faustrecht einen Rechtsstreit gegen Allgäu ⇏ rechtsaußen. Der Sänger der Band klagte auf Unterlassung der Behauptung, dass Faustrecht ein Nazi-Urgestein ist und Rassenkrieg und Nationalsozialismus besingt. Das Gericht ließ ihn abblitzen. Von einer Auflösung war damals allerdings nicht die Rede.

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