Rathaus Kempten.

Republikaner im Stadtrat fühlt sich ausgegrenzt

Michael Ulmer fühlt sich im Stadtrat in Kempten ausgegrenzt und ist deshalb bei den rechtsradikalen Republikanern (REP) ausgestiegen. Jetzt sitzt er ohne Anschluss – und ohne Partei – seine Zeit in der Gemeindevertretung ab.

Bürgermeister wollte er werden. Doch es hat nur für einen Sitz im Stadtrat in Kempten gereicht. 1000 Wähler verhalfen Michael Ulmer und damit den rechtsradikalen Republikanern (REP) zu dem Mandat. Ein sehr einsamer Posten, wie sich nun herausstellt.

»Ausgegrenzt« und »in die Ecke gedrängt« habe sich der Kemptener Versicherungsmakler eigentlich von Anfang an im Stadtrat gefühlt. Doch im Laufe der Jahre, sagt Ulmer, habe er dann festgestellt, dass ihm die Hände gebunden seien, wenn er als Republikaner-Stadtrat mitgestalten wolle. Daher sei er bei den REPs ausgestiegen. Seinen Posten als Kreisvorsitzender für Kempten und Oberallgäu habe er niedergelegt. Das berichtet die Allgäuer Zeitung am Mittwoch.

»Ich sitze eigentlich bloß drin, dass ich drin bin«

Denn er sei wegen seiner Zugehörigkeit zu den REPs in keinen Ausschuss aufgenommen worden. Deshalb, so die Allgäuer, »fehle ihm auch oft das Hintergrundwissen, um im Stadtrat mitzudiskutieren. Von seiner Parteilosigkeit erhofft sich Ulmer mehr Informationen und Zugehörigkeit.«

Anschluss hat der Rechtsaußenpolitiker im Stadtrat dennoch nicht gefunden, nachdem er bereits seit Mai 2018 parteilos im Rat sitze, berichtete der Kreisbote am Samstag. Vielleicht liegt es daran, dass er zwar sein Parteibuch, nicht aber seine Haltung abgelegt hat. »Inhaltlich bekannte sich Ulmer nach wie vor zu den REP«, schreibt die Zeitung. Zur AfD wolle Ulmer wie »bestimmt 75 Prozent« seiner ehemaligen Parteikameraden aber nicht wechseln. »Ich sitze eigentlich bloß drin, dass ich drin bin«, ärgerte Michael Ulmer sich gegenüber dem Kreisboten. Auch das wird sich wohl nicht ändern.

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