Zur Erinnerung an Benno und Martha Rosenbaum verlegt Gunter Demnig am 29. Dezember 2019 Stolpersteine in der Kalchstraße 11.

Gedenken an Novemberpogrome im Allgäu

Auch anlässlich des 84. Jahrestages der nationalsozialistischen Novemberpogrome am 9. November finden am Mittwoch wieder verschiedene Gedenkveranstaltungen im ganzen Allgäu statt.

Multimediales Video-Mapping und gemeinsames »Lichtbild« in Kempten

Der Stadtjugendring Kempten und die Stolpersteininitiative Kempten und Umgebung laden ab 19 Uhr auf den Residenzplatz/Commerzbank zu einer Multimedia-Darstellung unter dem Motto »Erinnern ist wichtig, Verstehen ist wichtig. Zusammenstehen und Zusammenbleiben ist das Ziel« ein. Inhaltlich setzt sich die Darstellung mit deutscher Geschichte von Ausrufung der Republik, der Pogromnacht und dem Mauerfall auseinander. Besondere Beachtung finden dabei auch die Kemptener Stolpersteine, die von den Jugendlichen in die Show integriert wurden.

Im Anschluss an das Video-Mapping auf das ehemalige Gebetshaus der jüdischen Gemeinde (heute Commerzbank) soll ein gemeinsames »Lichtbild« entstehen. Dazu wird empfohlen, ein Handy mit Taschenlampenfunktion mitzubringen. Die Teilnahme ist kostenfrei, vor Ort gibt es warme Getränke.

»Es geschah genau hier« – Stadtrundgang des Kemptener Museums

Das Kempten-Museum im Zumsteinhaus bietet jeweils um 10 sowie 14 Uhr eine kostenfreie, zweistündige Führung zum Nationalsozialismus in Kempten an.

Im Rahmen der Führung werden verschiedene Perspektiven der NS-Geschichte Kemptens beleuchtet: Besucht wird unter anderem das Wohnhaus der jüdischen Familie Löw in der Bahnhofsstraße 10, ebenso wie St.-Mang-Brücke und St.-Mang-Kirche, welche als Orte des Widerstandes gegen die Nationalsozialist*innen galten, aber auch das Rathaus als ehemaliger Sitz der NS-Verwaltung oder die Shedhalle der Spinnerei und Weberei (ehemaliges Außenlager des KZ Dachau und für die Rüstungsindustrie genutztes Werksgebäude). Ziel ist es, so ein möglichst realitätstreues Bild der damaligen Kemptener Bevölkerung zwischen Verfolgung und Täter*innenschaft zu zeichnen, um den diversen Perspektiven möglichst gerecht zu werden.

Treffpunkt ist der Brunnen auf dem August-Fischer-Platz, die Teilnahme ist ab 14 Jahren möglich. Um Anmeldung unter museen@kempten.de oder 0831/2525-7777 wird gebeten.

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Kaufbeuren/Steinolz: Erinnerungszug

Um 17:45 Uhr startet ab dem Parkplatz Sonnenhof/Steinholz ein vom DGB Ortsverband Kaufbeuren organisierter Erinnerungszug zur Gedenkstätte. Dort wird Petra Weber, Leiterin des Stadtmuseums, eine Gedenkansprache halten. Im Anschluss daran wird über die Verlegung weiterer Stolpersteine im kommenden Jahr 2023 informiert und ein Raum für weiteren Austausch angeboten.

Dem Anlass angemessene Kleidung und Schuhe werden empfohlen. Der Zug und die Veranstaltung finden bei jedem Wetter statt.

Gedenkstunde in Memmingen

Zur Erinnerung an Benno und Martha Rosenbaum verlegt Gunter Demnig am 29. Dezember 2019 Stolpersteine in der Kalchstraße 11.
Zur Erinnerung an Benno und Martha Rosenbaum verlegt Gunter Demnig am 29. Dezember 2019 Stolpersteine in der Kalchstraße 11.

Ab 18:30 Uhr findet an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge am Schweizerberg in Memmingen eine Gedenkstunde statt. Das Programm sieht zunächst eine Begrüßung durch Dr. Ivo Holzinger der DIG sowie ein Grußwort des Oberbürgermeister Manfred Schilder vor. Nach einem Musikstück folgt eine Ansprache von Prof. Dr. Klaus Wolf, Professor für Deutsche Literatur und Sprache, in deren Anschluss die Kränze niedergelegt werden. Für die musikalische Untermalung mit Klezmerklängen sorgen Günter Schwanghart und Enes Ludwig.

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Omas »Erinnern, Gedenken, Mahnen« in Lindau

Wie bereits auch im letzten Jahr veranstalten die Omas gegen Rechts eine Veranstaltung anlässlich der Pogrome: Unter dem Titel »Erinnern, Gedenken, Mahnen« werden ab 17 Uhr vor der Peterskirche Lindau/Oberer Schrannenplatz Porträts von Personen vorgestellt, die nationalsozialistische Verfolgung und Gewalt erlebt haben. Historiker Charly (Karl) Schweizer bereichert die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Gründung der NSDAP Ortsgruppe im heutigen »Schlechterbräu« in Lindau.

Die Veranstalterinnen sehen sich nach wie vor in der Verantwortung, an die Gewalt des NS-Regimes zu erinnern, den Verfolgten und Ermordeten zu gedenken und vor dem Erstarken der neofaschistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen in Europa zu warnen. Besondere Solidarität gilt in diesem Jahr auch den Frauen im Iran.

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Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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