Auch ein selbsternannter »Verschwörungs-Praktiker« beteiligte sich an der Querdenken-Demonstration am 13. September in Ravensburg.

Bombendrohung gegen Allgäuer Impfzentren

Am Freitag erhalten die Impfzentren in Bad Wörishofen und Memmingen eine telefonische Bombendrohung. Die Polizei geht offenbar von einem Zusammenhang mit Querdenken aus, kann aber die politische Richtung nicht zuordnen.

Gegen 18:50 Uhr am 7. Mai 2021 nahm eine Mitarbeiterin des Impfzentrums Bad Wörishofen einen Telefonanruf entgegen. Am anderen Ende der Leitung laut Allgäuer Zeitung: Eine männlich und verzerrt klingende Stimme, die »mit einem explosiven Gegenstand auf dem Weg zum Impfenzentrum« sei. Kurze Zeit später rückt ein Großaufgebot der Polizei in Wörishofen und Memmingen an und evakuiert die dortigen Impfzentren. Die Hotline, über die die Drohung einging ist für beide Orte zuständig. Nachdem auch Spürhunde keine verdächtigen Gegenstände entdeckten, sollen die Gebäude gegen 22 Uhr wieder freigegeben worden sein.

Politisch, aber nicht rechts?

Nun ermittelt der Staatsschutz, der für politisch motivierte Kriminalität zuständig ist. Die Polizei geht demnach offenbar davon aus, dass die Drohung aus dem Umfeld der sogenannten Querdenken-Bewegung kommt, die auch im Allgäu immer wieder mit rechtsradikalen Parolen und insbesondere antisemitischen Verschwörungsideologien und Umsturzphantasien auffällt.

Mehr zu diesem Thema:  Querdenken zwischen NS-Relativierung und Umsturzphantasien

Dennoch tut sich die Polizei schwer mit der Einordnung der Taten. So heißt es auf unsere Nachfrage, welche weiteren Angriffe es gab, die sich im weitesten Sinne gegen die Infrastruktur zur Bekämpfung der Corona-Pandemie richten, dass diese nicht gesondert erfasst würden und daher nicht benannt werden könnten. Grundsätzlich erfassten die Ermittler solche Straftaten »unter der Rubrik ›Politisch motivierte Kriminalität – nicht zuzuordnen‹«. Derer hatte es im vergangenen Jahr 116, davor 84 erfasste Fälle gegeben. Darunter sind auch Straftaten der Reichsbürgerszene, die die Polizei ebenfalls nicht mehr als politisch rechts führt.


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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