Corona-Maßnahmengegner stellen Lebensrecht von Ministerpräsident in Frage

Immenstadt/Bad Hindelang, 15. Januar 2020. Corona-Maßnahmengegner verbreiten Zettel, die eine »Coronadiktatur« behaupten und fragen, ob man »Söder töten« solle.

»Nieder mit der Coronadikatatur / Sollte man Söder töten?« Einen Zettel mit dieser Aufschrift entdeckte eine Leserin am Samstagmorgen auf einem Parkscheinautomaten am Friedhof in Immenstadt und entfernte diesen. Anschließend informierte sie Allgäu rechtsaußen und die Polizei. Andere sichteten und entfernten die selben Zettel auch in Bad Hindelang auf dem Weg zum Hirschberg sowie im Gipfelbuch.

Polizei sieht politische Kriminalität, kann diese aber nicht zuordnen

Die Polizei hat bislang keine Kenntnis über weitere Exemplare und ermittelt nun gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Bedrohung und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Die Fälle werden der politisch motivierten Kriminalität zugeordnet, deren Richtung könne aber »nicht zugeordnet« werden. Das erklärte ein Behördensprecher am Dienstag auf Anfrage.

Markus Söder zählt neben den anderen Ministerpräsident_innen der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den zentralen Feindfiguren der Querdenken-Szene. Als Teilnehmende der Ministerpräsident_innenkonferenz zeichnen diese sich für die Verständigung der Länder auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verantwortlich. Wegen der Maßnahmen wähnen sich Querdenker_innen gerne in einer Diktatur, die sie häufig mit dem NS-Regime gleichsetzen – und beseitigen wollen.

Mehr zu diesem Thema:  Querdenken zwischen NS-Relativierung und Umsturzphantasien

Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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  1. Update: Polizei sieht politische Kriminalität, kann diese aber nicht zuordnen
    Die Polizei hat bislang keine Kenntnis über weitere Exemplare und ermittelt nun gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Bedrohung und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Die Fälle werden der politisch motivierten Kriminalität zugeordnet, deren Richtung könne aber »nicht zugeordnet« werden. Das erklärte ein Behördensprecher am Dienstag auf Anfrage.

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