Hakenkreuze an türkischen Laden geschmiert

Günzburg, 23. November 2019. Islamfeinde schmieren Parolen und Hakenkreuze an türkischen Laden. Die Tat könnte Teil einer langen Serie muslimfeindlicher Straftaten in Günzburg sein.

Unbekannte beschmierten im Tatzeitraum von Freitagabend bis Samstagfrüh im Bereich eines türkischen Einkaufsladens in der Violastraße in Günzburg mehrere Gegenstände mit »ausländerfeindlichen Parolen«. Das berichtet die Polizei am Sonntag in einer Meldung an die Presse. Demnach wurden der LKW und das Werbeschild des Einkaufsladens mit Spraydosen besprüht.

Serie muslimfeindlicher Straftaten in Günzburg?

Erst auf Nachfrage teilt die Polizei am Dienstag mit, dass die Unbekannten Täter die Schriftzüge »Fuck Erdogan«, »Scheiß Islam« und Hakenkreuze anbrachten. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 3000 Euro.

Die Tat könnte Teil einer Serie muslimfeindlicher Straftaten in Günzburg sein. Bereits am 1. Juni 2018 bewarfen Unbekannte Autos von Besuchern einer Veranstaltung in einer Moschee in Günzburg mit Steinen und verursachten erheblichen Sachschaden. Täter konnten nicht ermittelt werden. Darauf folgte eine ganze Reihe weiterer Sachbeschädigungen, deren Ziel offenbar Muslime sind.


(Titelbild: Vernichtungslager Majdanek; Quelle: Pressemeldungen der Polizei vom 24. November 2019)

3 Gedanken zu „Hakenkreuze an türkischen Laden geschmiert“

  1. Kritik: Gedankenlosigkeit in der Bildwahl

    Guten Tag lieber Herr Lipp,

    danke für die Presseberichterstattung über diese rassistische Propaganda- und Zerstörungsserie in Günzburg.
    Was mir jedoch völlig (!) schleierhaft ist, weshalb Sie zur Bebilderung für antimuslimische Handlungen gegen Sachen das (vermeintliche) Krematorium des Kontentrations- und Vernichtungslagers Majdanek benutzen. Wie bitte lässt sich hier eine starke inhaltliche Verbindung zu dem gezeigten Vernichtungskontext im Nationalsozialismus herstellen? Ich jedenfalls sehe keinen (starken) Zusammenhang, dafür aber eine – in meinen Augen – ziemlich schräge Verwendung als Eyecatcher für ein anderes Thema. Und eben das, also eine zweckentfremdende und ästhetisierende Verwendung von NS-Vernichtsungsstätten finde ich problematisch.

    Außerdem zeigt das Foto nicht das Krematorium, sondern die südwestlichere Barackenreihe von Feld III des „Schutzhaftlagers“.

    Antifaschistische Grüße
    Mark S.

    1. Sehr geehrter Herr S,

      mir ist völlig klar, dass an sich von einer antimuslimischen
      Sachbeschädigung keine starke inhaltliche Verbindung zum industriellen
      Massenmord der Nazis an den europäischen Juden zu ziehen ist. Dennoch
      gehen Sie fehl in der Annahme, dass die Bebilderung Ausdruck einer
      Gedankenlosigkeit meinerseits ist. Auch als Eyecatcher ist sie nicht
      gedacht.

      Denn hier wurden Hakenkreuze geschmiert. Deutlich darauf hinzuweisen,
      wofür diese stehen, finde ich da durchaus angemessen.

      Für die falsche Bildbezeichnung entschuldige ich mich indes.

      Beste Grüße
      Sebastian Lipp

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