Propaganda selbsternannter »Faschisten des dritten Jahrtausends« in Kaufbeuren

Kaufbeuren, 9. Januar 2019. Propaganda der Identitären Bewegung und italienischer Faschisten wird in in der Stadtmitte und in der Hans-Seibold-Straße entfernt.

Am Donnerstag berichtet ein Leser, am Vortag erneut rechtsradikale Propaganda in in der Stadtmitte und in der Hans-Seibold-Straße in Kaufbeuren entfernt zu haben. Dazu wird ein Photo vorgelegt, das Aufkleber mit Bezug zur Identitären Bewegung, CasaPound und dem Blocco Studentesco zeigt.

Der Blocco Studentesco ist die Schüler- und Studentenorganisation der neofaschistischen italienischen Partei Fiamma Tricolore.  »Sieg Heil« riefen viele der 500 Schüler, die dem Aufruf des Blocco zu einer Demonstration am 8. Februar 2008 gefolgt waren im Anschluss an das Singen der italienischen Nationalhymne. Das berichtet das antifaschistische Infoblatt. Nicht wenige davon hätten den rechten Arm zum Saluto Romano gereckt. Einige Monate später beteiligte sich der Vorsitzende des Blocco Stuentesco an einem Überfall eine Studentendemo am 29. Oktober 2008 in Rom.

»Faschisten des dritten Jahrtausends«

Casa Pound Aktivisten überfallen eine Studentendemo am 29. Oktober 2008 in Rom. Links mit gestreiftem Hemd: Der Vorsitzende des Blocco Studentesco und Casa Pound Kader Francesco Polacchi.
Casa Pound Aktivisten überfallen eine Studentendemo am 29. Oktober 2008 in Rom. Links mit gestreiftem Hemd: Der Vorsitzende des Blocco Studentesco und Casa Pound Kader Francesco Polacchi. (Bild: indymedia.org; CC-BY-NC-SA-2.0.DE))

Die CasaPound ist eine neofaschistische Bewegung und Partei in Rom, die sich als nationalistisch und sozial versteht und zugleich der Name ihres Hauptquartiers. Im Namen beziehen sich die Gründer auf den Schriftsteller Ezra Pound, einen Anhänger Mussolinis. Die Mitglieder der CasaPound bezeichnen sich selbst als »Faschisten des dritten Jahrtausends«. Die Gruppierung gilt anderen Rechtsradikalen in ganz Europa als Vorbild und ist auf dem Kontinent gut vernetzt.

Immer wieder nationalsozialistische und identitäre Propaganda

Immer wieder berichteten Anwohner in den vergangenen vier Wochen von dem gemeinsamen Auftreten von nationalsozialisitscher und identitärer Propaganda in Kaufbeuren. Zuletzt als Anfang der Woche Aufkleber der NPD entfernt wurden.

Auch aus Kempten und Mindelheim gehen in den letzten Wochen vermehrt Meldungen entsprechender Vorfälle ein.


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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