Neonazi-Kader am Rande einer Demo gegen rechte Hetze

Gewalt – Fußball – Nationalsozialismus: So könnte man die Themen einiger Tätowierungen zusammenfassen, mit denen ein Anhänger der Neonazikameradschaft Voice of Anger am Rande einer Demonstration gegen rechte Hetze gesehen wurde.

Auf seinem linken Hals hat sich Markus W. ein Rasiermesser mit den Lettern »Vendetta« verewigen lassen. Das Wort steht für eine mörderische Form der Selbstjustiz, die auch als Blutrache bezeichnet wird. Auf dem rechten Schienbein sind Bezüge zum Hooligan-Milieu und einem Frankfurter Fußballverein zu sehen.

Den volltätowierten Anhänger von Voice of Anger Markus W. entdeckten Versammlungsteilnehmer am 22. September 2018 am Rande einer Demonstration gegen rechts in Kempten.
Wehrmachtssoldat über dem Knie von Markus W. am 22. September 2018 am Rande einer Demonstration gegen Rechts in Kempten.

Über dem Knie hat sich der 34-Jährige einen Soldaten der nationalsozialistischen Wehrmacht unter die Haut stechen lassen, auf den Fingern Runensymbole, die für die Mythologie der Nazis von zentraler Bedeutung sind. Ein Dolch auf seinem linken Unterschenkel verweist neben weiteren Tattoos auf seine Verbindung zur nationalsozialistischen »Bruderschaft« Voice of Anger, für deren zwischenzeitlich abgebranntes Clubhaus bei Memmingen er eine Schanklizenz beantragte.

Der Neonazi saß in einem Cafe am Kemptener Rathausplatz, als eine Demonstration gegen rechte und rassistische Hetze sich auf den Platz zubewegte, um eine Zwischenkundgebung abzuhalten. In einem Aufruf erklärt die Gruppe Kein Ankerzentrum nrigendwo die Aktion: »Spätestens jetzt wird es Zeit aufzustehen. Gegen die Entrechtung von Geflüchteten. Gegen Lagerunterbringung und rechte Hetze. Für eine Welt in der unabhängig von der Herkunft ein gutes Leben für alle möglich ist.« Unter diesem Motto zogen am Samstagnachmittag laut Polizei 250 Menschen durch die Kemptener Innenstadt.

Bildergalerie zur Demonstration »Kein Ankerzentrum nirgendwo«

Allgäu ⇏ rechtsaußen hat die Demonstration »Kein Ankerzentrum nirgendwo« am 22. September 2018 in Kempten begleitet. Hier einige Eindrücke.

 

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