Neonazis beim flyern gestört

Kaufbeuren, 19. Juli 2018. Polizei greift In Neugablonz Neonazis auf, die zuvor beim Verteilen von Flugblättern erwischt wurden. Anschließend werden sie auf einer Versammlung in der Innenstadt gesehen.

Eine Anwohnerin entdeckte am Donnerstagvormittag zwei Männer, die Flugblätter in Neugablonzer Briefkästen warfen. Sie erkannte die Aufschrift auf ihren Shirts, die sie als Anhänger der Neonazipartei Der Dritte Weg auswies. Die Anwohnerin verständigte die Polizei, die versicherte, sich darum zu kümmern.

Polizei kontrolliert Neonazis

»In diesem Zusammenhang wurden zwei Personen angetroffen«, bestätigt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West am Nachmittag auf Anfrage. Die Polizei habe Flyer sichergestellt, die nicht strafbar seien. Man werde aber eine weitere Prüfung veranlassen. »Ein Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen in der Innenstadt wurde nicht festgestellt«, so der Behördensprecher.

Dennoch tauchten Neonazis am frühen Nachmittag im Versammlungsgeschehen um den islamfeindlichen Wanderprediger Michael Stürzenberger auf. Sie wurden als eben jene Männer identifiziert, die zuvor in Neugablonz Flugblätter vom Dritten Weg verteilten.

Völkische und rassistische Ideologie

»Auf den Flugblättern wird zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Umwelt aufgerufen«, erklären die Neonazis später im Internet. Hinter dem Umweltbewusstsein der Rechtsradikalen steckt allerdings die völkische und rassistische Ideologie der Nationalsozialisten, wie schon der Titel des Flugblattes andeutet: »Umweltschutz ist Heimatschutz«. Bei Wikipedia heißt es zum »Heimatschutz«:

»Populär wurde der Begriff ab der Gründerzeit. Er äußerte sich unter anderem in Ausdrücken wie Heimatschutzbewegung oder Heimatschutzarchitektur. Mit zunehmender Militarisierung stand er in der Zwischenkriegszeit vorwiegend für völkisch orientierte oder nationalistische Gruppierungen, so etwa im Kärntner Abwehrkampf für Heimwehr. Im Nationalsozialismus wurde der Heimatkult rassistisch begründet und ideologisch gepflegt.«

Das Zehn-Punkte-Programm des Dritten Weg basiert auf einer rassistischen und nationalrevolutionären Ideologie und erinnert stark an das 25-Punkte-Programm von Hitler’s NSDAP.

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