»Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungskram« fordern Antifaschist_innen in Memmingen bereits seit einem Jahr.

Was macht Querdenken im Allgäu und Oberschwaben? (KW 15/22)

Immer weniger Menschen lassen sich für immer weniger Querdenken-Versammlungen im Allgäu und Oberschwaben mobilisieren.

Anmerkung: Auch wenn sich die Bewegung der Pandemie-Leugner*innen, Verschwörungsideolog*innen und Impfgegner*innen inzwischen nur noch selten auf ihre ursprüngliche Selbstbezeichnung Querdenken bezieht, werden wir diese beibehalten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wollen wir der taktischen Selbstverharmlosung der Szene als »Spaziergänger« nicht Vorschub leisten. Zum anderen hat sich der innere Kreis der Proteste seit Beginn der Pandemie wenig gewandelt und setzt personell noch immer stark auf jene Personen, die bereits bei den ersten sogenannten Hygienedemos etwa in Kempten Reichsbürger-Thesen verbreiteten. Mit der Bezeichnung Querdenken dagegen hatte sich ein Großteil der Bewegung auch wegen des verschwörungsideologischen Bezugs auf Q-Anon in der Vergangenenheit selbst identifiziert. Entsprechende Inhalte kursieren weiterhin ungebrochen unter den Teilnehmenden, werden aber auf Demonstrationen weniger stark nach außen getragen.

»Keine Beanstandung« durch Polizei bei unangemeldetem Aufzug in Illertissen

Illertissen, 10. April 2022. Am Sonntagnachmittag kam es im Stadtgebiet von Illertissen erneut zu einem Zusammentreffen von Gegner*innen der Corona-Infektionsschutzmaßnahmen. Etwa 260 Personen nahmen an der nicht angemeldeten Versammlung teil. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung an die Presse. Die Personen trafen sich demnach zunächst in kleineren Gruppen auf mehreren Plätzen in Illertissen und formierten sich schließlich zu einem Aufzug entlang der Staatsstraße 2031, also im Bereich der Ulmer Straße.

Die Teilnehmenden liefen auf den Gehwegen zunächst in nördlicher Richtung bis zum Kreisverkehr Saumweg. Dort querte der Aufzug die Staatsstraße und bewegte sich wieder gen Süden. An der Hirschkreuzung machte der Protestzug erneut kehrt. Anschließend ging es abermals in Richtung Norden und die genannte Strecke wurde ein zweites Mal zurückgelegt.

Von der Hirschkreuzung aus verlegten die Versammlungsteilnehmenden über die Hauptstraße zum Marktplatz. Dort endete nach etwas mehr als einer Stunde die Protestaktion, so die Polizei. »Es kam während des Aufzugs zu kleineren Verkehrsbehinderungen. Die Versammlung verlief friedlich. Es gab keine Beanstandungen durch die Polizei.«

Nur noch 600 in Kempten

Kempten, 11. April 2022. Am Montagabend fand in Kempten erneut eine angezeigte sich fortbewegende Versammlung statt. Die rund 600 Versammlungsteilnehmer protestierten bei ihrem Aufzug durch die Innenstadt gegen derzeitige Corona-Maßnahmen. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung an die Presse. Durch die Versammlung sei es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen gekommen.

Zeitgleich sei auf dem Residenzplatz eine stationäre Versammlung mit etwa 20 Personen abgehalten worden. »Beide Demonstrationen verliefen friedlich und störungsfrei«, so die Polizei.

»Sehr friedliche« Demo in Marktoberdorf

Marktoberdorf, 11. April 2022. Am Montagabend trafen sich erneut 165 Teilnehmer auf dem Marktplatz in Marktoberdorf zu einer angemeldeten Versammlung. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung an die Presse. Der anschließende Demonstrationszug über mehrere Straßen habe wieder zurück auf den Marktplatz geführt. »Während des gesamten, sehr friedlichen Verlaufs kam es lediglich beim Überqueren der Straßen zu kleineren, kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen«, so die Polizei, die die Versammlung begleitete.

Immer weniger in Memmingen und Babenhausen

Memmingen/Babenhausen, 11. April 2022. Wie auch die Wochen zuvor fanden im Dienstbereich der Polizeiinspektion Memmingen zwei Demonstrationen der Corona-Maßnahmen-Gegner*innen statt. Das teilt die Polizei mit. Ab 18:00 Uhr fanden sich demnach bis zu 200 Personen am Schrannenplatz ein. Die sich fortbewegende Versammlung in Babenhausen habe einen Zulauf von circa 80 Personen gehabt. Beide Versammlungen seien »störungsfrei und friedlich« verlaufen.

70-köpfiger Aufzug in Bad Wörishofen

Bad Wörishofen, 11. April 2022. Am Montagabend fanden sich gut 70 Personen im Bereich des Kurhauses zu einer angemeldeten Versammlung ein. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung an dei Presse. Den Aufzug mit Start und Ziel beim Kurhaus begleitete die Bad Wörishofer Polizei, die schreibt: »Der Aufzug verlief friedlich und ohne Störungen. Es kam zu keinen größeren Verkehrsbehinderungen.«


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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