»Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungskram« fordern Antifaschist_innen in Memmingen bereits seit einem Jahr.

Corona-Leugner bedroht und beleidigt nach Randale Polizei

Memmingen, 12. Dezember 2021. Die Polizei nimmt einen randalierenden 17-jährigen Corona-Leugner in Gewahrsam, der Beleidigungen, Hitlergrüße und andere politische Parolen von sich gibt.

Am Sonntag erhielt die Polizeiinspektion Memmingen gegen 00:20 Uhr eine Mitteilung über eine randalierende Person. Ein 17-Jähriger war erheblich alkoholisiert und hatte in seiner elterlichen Wohnung randaliert, indem er Sachen um sich warf. Bei Eintreffen der Polizei, war der 17-Jährige aggressiv und ließ sich nicht beruhigen, weshalb er in Gewahrsam genommen wurde. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung an die Presse. Bei der Verbringung in die Gewahrsamszelle habe der junge Mann die eingesetzte Polizei beleidigt und bedroht, tätigte außerdem diverse politisch motivierte Phrasen.

Corona-Leugner gegen Grüne, E-Autos und Geschlechtergerechtigkeit

»Auch wenn ihrs nicht wissen wollt: Es ist der rechte Mob, mit dem ihr grollt«! So kritisiert eine Antifaschistin am 16. Mai 2020 die selbsternannten Querdenker in Kempten.
»Auch wenn ihrs nicht wissen wollt: Es ist der rechte Mob, mit dem ihr grollt«! So kritisiert eine Antifaschistin am 16. Mai 2020 die selbsternannten Querdenker in Kempten.

Erst auf Nachfrage von Allgäu rechtsaußen teilte die Polizei am Mittwoch mit, dass der junge Mann »seinen Unmut über die Coronapolitik« geäußert habe. So würde »eine ganze Generation (…) eingesperrt« und Corona sei nicht echt. Dazu sagte er laut Polizei »Scheiß Merkel« und »Scheiß Scholz« sowie mehrfach »Heil Hitler«. Die Polizei habe er als »Scheiß grüne Wähler« und »du mit deinem scheiß E-Auto« angesprochen. Im Bezug auf die Kontroverse um die Teilnahme von Frauen am Fischertag habe der Mann ausgeführt, dass durch derzeitige politische Entscheidungen »Traditionen verschwinden« und sich beschwert, warum die Polizei dagegen nichts tue. Die eingesetzten Polizeikräfte schilderten den »Tonfall sowie Art und Weise der Äußerungen offensichtlich von Hass und Wut geprägt.«

Damit dürfte der wütende junge Mann einen guten Einblick in die von vielen Querdenken– und AfD-Anhänger*innen und anderen Rechten geteilte Weltsicht gegeben haben. Nun ermittelt die Polizei wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Beleidigung und Bedrohung gegen den 17-Jährigen. Die Polizei stuft den Fall als rechtsmotivierte politische Kriminalität ein.

Mehr zu diesem Thema:  Antifeminismus: Judith Rahner live im Gespräch bei Allgäu rechtsaußen

Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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