»Antifaschistisch, solidarisch und entschlossen gegen Querdenken«

Für kommenden Montag, den 3. Mai, ruft die Initiative Kempten gegen Rechts erneut dazu auf, sich »entschlossen« gegen Querdenken »sowie deren arrogantes und egoistisches Vorgehen zu erheben.« Zwei Gegenveranstaltungen in der Kemptener Innenstadt starten um 17:45 Uhr auf dem Hildegardplatz und dem August-Fischer-Platz am Forum.

Nachdem die Querdenken-Bewegung ihren montäglichen »Lichterspaziergang« unter anderem aufgrund antifaschistischer Blockaden in den vergangenen Wochen nicht mehr fortsetzen durfte, kam dieser zum »Stillstand«, heißt es in dem Aufruf. Stattdessen hätten dann an zwei Montagen stationäre Proteste – mit entsprechenden Gegenprotesten – am Hildegardplatz stattgefunden.

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»Rechtsoffener Mob«

»Ungeimpft«: Dieses Schild trugen zwei Teilnehmende des Querdenken-»Lichtermarsches« am 7. März 2021 in Memmingen. Es ist dem sogenannten »Judenstern« nachgeahmt, mit dem die Nazis als solche geltenden Menschen markierten.
»Ungeimpft«: Dieses Schild trugen zwei Teilnehmende des Querdenken-»Lichtermarsches« am 7. März 2021 in Memmingen. Es ist dem sogenannten »Judenstern« nachgeahmt, mit dem die Nazis als solche geltenden Menschen markierten.

Am 17. April sei es dann zu einem illegalen Großauflauf von Querdenker_innen anlässlich deren Jahrestages des Gerichtsurteils für die Demonstrationsfreiheit gekommen. Trotz Verbots seien zahlreiche Demonstrierende angereist »und als zum Teil aggressiver, rechtsoffener Mob aus Corona-Leugner:innen, Nazis und Faschist:innen quasi ohne Entgegenwirken seitens der Polizei durch die Kemptener Innenstadt« gezogen.

Und das, obwohl der Demonstrationszug trotz Verbots öffentlich in den sozialen Medien beworben wurde und die Maßnahmen zum Infektionsschutz missachtet wurden. Dagegen wurden Antifaschist_innen aus Sicht der Initiative »von der Polizei konsequent gekesselt, verfolgt oder vertrieben und erfuhren eine unverhältnismäßig scharfe Behandlung.«

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Initiative will laut werden gegen »menschenverachtende Ideologien«

Eine Querdenken-Anhängerin verbreitet beim sogenannten Montagsspaziergang am 29. März 2021 Reichsbürgerthesen.
Eine Querdenken-Anhängerin verbreitet beim sogenannten Montagsspaziergang am 29. März 2021 Reichsbürgerthesen.

Als Konsequenz gehe Querdenken nun weiter unangemeldet und damit illegal auf die Straße. So wurden in der vergangenen Woche bereits zweimal bis zu 20-köpfige Querdenken-Gruppen gesichtet, die sich gezielt in der Stadt »zum Frühstück treffen« oder »gemeinsam spazieren gehen«. Zugleich nehme die Aggression der Querdenker_innen gegenüber Kritiker_innen, Presse »und allen, die nicht deren menschenverachtende, tödliche Ideologien abnicken, beständig zu.«

Kempten gegen Rechts geht davon aus, dass Querdenken auch am kommenden Montag wieder versuchen werde, illegal in Kempten zu demonstrieren. Dem gelte es »entschlossen entgegenzutreten«. Daher ruft die Initiative erneut auf, »gegen die menschenfeindlichen Inhalte der Bewegung und deren egoistisches, arrogantes Vorgehen laut zu werden« und den Protest ab 17:45 am Hildegardplatz sowie am August-Fischer-Platz am Forum zu unterstützen. Aufgrund der weiterhin hohen Inzidenz appelliert Kempten gegen Rechts, vor der Teilnahme einen Schnelltest zu machen und den Infektionsschutz zu beachten.


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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