So unscheinbar kommt der einstige Anastasia-Landsitz von Robert Briechle in Unterthingau daher. Bis heute findet am Mutterhof der wöchentliche Obst- und Gemüsemarkt des Ortes statt.

Vortrag: Neonazis auf dem Lande: Braune Flecken in der Allgäuer Ökoszene

Wie Neonazis den netten Bauern von nebenan mimen, Hof- und Siedlungsprojekte Stützpunkte völkischer Ideologie im Allgäu errichten und sich in der hiesigen Ökoszene ausbreiten, erklärt Allgäu rechtsaußen am Mittwochabend in einem Online-Vortrag.

Bio, braun und barfuß. Unter diesem Titel deckte eine investigative Reportage des ARD im Mai 2019 den rechtsradikalen Hintergrund der Anastasiabewegung auf. Dass sich Neonazis und andere rechtsradikale Kräfte mit Hof- und Siedlungsprojekten in ländlichen Gebieten Stützpunkte ihrer völkischen Ideologie errichten ist nicht neu. Auch der quasi-religiöse Überbau den die Anastasiabewegung für eben diese Ideologie bietet ist in anderer Form bereits seit der Nachkriegszeit innerhalb der neonazistischen Artgemeinschaft zu finden.

Rechtsradikale in der Allgäuer Ökoszene

So unscheinbar kommt der einstige Anastasia-Landsitz von Robert Briechle in Unterthingau daher. Bis heute findet am Mutterhof der wöchentliche Obst- und Gemüsemarkt des Ortes statt.
So unscheinbar kommt der einstige Anastasia-Landsitz von Robert Briechle in Unterthingau daher. Bis heute findet am Mutterhof der wöchentliche Obst- und Gemüsemarkt des Ortes statt.

Doch dass sich solche Bewegungen inzwischen auch in der hiesigen Ökoszene ausbreiten und der ein oder andere Allgäuer Neonazi den netten Bauern von nebenan mimt, dürfte einigen neu sein. Radikale Rechte versuchen, sich innerhalb der ökologischen und esoterische Szene zu verankern und dort Menschen für ihre völkische und rassistische Ideologie zu gewinnen. Hierbei verzeichnet die rechtsradikale Bewegung auch im Allgäu teils ernstzunehmende Erfolge.

Der Vortrag am Montag, den 27. Juli um 19:30 im Rahmen des Ulmer festival contre le racisme soll Orientierungspunkte für eine dringend nötige Debatte innerhalb der ökologischen Szene über den Umgang mit völkischen und neonazistischen Gruppen bieten. Eine Anmeldung unter webinar-fclr@allgaeu-rechtsaussen.de ist nötig, um den Zugangslink zu erhalten.

LKS


Hilfe: Du hast selbst einen Übergriff erlebt?

Dann kannst du Hilfe bei B.U.D. Bayern bekommen. Das ist eine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene von rechten, rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Zeug_innen können sich an B.U.D. Bayern wenden, dann wird der Vorfall registriert und Betroffenen geholfen – wenn sie das wollen.

Eltern, Angehörige und Freunde von Jugendlichen, die sich rechts orientieren, können Hilfe bei der Elternberatung bekommen.

Und wenn du selbst etwas gegen Rechts unternehmen willst, steht dir die Mobile Beratung zur Seite.

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