Kundgebung gedenkt der Befreiung Lindaus vom NS-Regime

Rund 120 Personen erinnern am Donnerstag in Lindau an die Befreiung der Inselstadt vom NS-Regime vor 75 Jahren. Sie mahnen auch zur Wachsamkeit gegen zeitgenössische faschistische Tendenzen.

Pünktlich um 17:30 Uhr hatten sich am Donnerstag vor dem »Alten Rathaus« in Lindau etwa 120 Menschen eingefunden. Unter Beachtung strenger Infektionsschutzmaßnahmen erinnerten sie gemeinsam an die Befreiung der Stadt durch die französische Armee vor genau 75 Jahren. Dem Aufruf zur Kundgebung durch die Partei Die Linke und die Bunte Liste Lindau waren Menschen quer durch alle Altersklassen gefolgt. Verschiedene friedensbewegte und antirassistische Gruppen aus der Region unterstützten die Aktion und waren mit ihren Schildern und Transparenten vor Ort.

Etwa 120 Menschen erinnern am 30. April in Lindau an den Jahrestag der Befreiung der Inselstadt vom Faschismus.

»Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dies kriecht«

Als Hauptrednerin der Veranstaltung betonte die Bundestagsabgeordnete Simone Barrientos (Die Linke) die große Bedeutung einer Erinnerungspolitik, welche die Geschehnisse klar und konsequent als Befreiung vom Faschismus einordnet. Sie forderte in diesem Zusammenhang den 8. Mai zum Feiertag in Gedenken an die Befreiung Deutschlands vom NS-Regime zu erklären. Gleichzeitig betonte sie aber – wie mehrere weitere Redner_innen des Abends – die auch aktuell bestehende Gefahr durch rechtsradikale Strömungen. Dabei nahm sie ausdrücklich Bezug auf die AfD, welche durchweg durch rechtsradikales und rassistisches Gedankengut geprägt sei. Diese Einschätzung traf an diesem Abend bei den Anwesenden auf große Zustimmung, was nicht nur durch entsprechenden Beifall, sondern auch durch erkennbare personelle Überschneidungen zu den vergangenen Protesten gegen die Rechtsaußenpartei in Lindau ablesbar war.

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