Mehr als ein Dutzend Menschen protestiert spontan gegen einen Infostand zum Auftakt des Europawahlkampfes der AfD in Kempten.

Stiller Protest gegen AfD-Landesvorsitzende

Spontan protestieren vergangene Woche rund 20 Personen gegen eine Veranstaltung mit der AfD-Landesvorsitzenden Corinna Miazga im Gasthof Burger in Marktoberdorf. Die AfD-Gegner bringen Anhänger der Partei derart aus der Fassung, dass er mit Drohungen reagiert. Ein Gastbeitrag vom Kaufbeurer Bündnis Gemeinsam gegen Rechts.

Um gegen eine AfD-Veranstaltung im Gasthof Burger in Marktoberdorf zu protestieren, fanden sich rund 20 Personen am 19. Februar 2020 vor dem Veranstaltungsort ein. Die kurzfristig angemeldete Spontanversammlung machte mit einem stillen Protest ihre Kritik an der in weiten Teilen rechtsradikalen Partei deutlich.

Stiller Protest auch in AfD-Veranstaltung

Zum Thema »Brüssels Einfluss auf unsere Kommunen« hatte die AfD ihre Bayerische Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga ins Ostallgäu eingeladen. Die Veranstaltung begann um 19.30 Uhr. Bereits um 19.00 Uhr trafen sich die Demonstrant*innen. Sie kamen aus unterschiedlichen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen wie dem Kaufbeurer Bündnis Gemeinsam gegen Rechts und Gewerkschaften.

Nach einer halben Stunde war die stille Demonstration beendet. Nach einer vorangegangenen, hitzigen Debatte in den sozialen Medien über den Umgang mit der AfD und Gastwirten, die sie als demokratisch legitimierte Partei ansehen, bemühten sich einige der Kritiker*innen, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.

Mit mahnenden Worten gegenüber den Demonstrant*innen, den eigenen Anhängern aber auch der Presse, eröffnete Karl Keller die Versammlung. Man könne anderer Meinung sein und das wäre man auch, aber trotzdem anständig miteinander umgehen. Die junge Dame der Presse wurde persönlich aufgefordert, nicht tendenziös zu berichten.

AfD-Anhänger droht Gegner

Die AfD-Versammlung thematisierte unter anderem, wie schwer es sei, sich zur AfD zu bekennen, ohne ausgeschlossen zu werden und berichtete von Schwierigkeiten, die die AfD hatte, Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen zu finden. Corinna Miazga hielt ihre Rede vorwiegend darüber, wie schlecht die AfD auch im Bundestag behandelt würde und dass Deutschland nur die »Melkkuh für Europa« sei.

Den anwesenden Kritiker*innen fiel es zunehmend schwer das Geäußerte unkommentiert stehen zu lassen und sie reagierten teilweise mit Kopfschütteln und Gemurmel. Dadurch sah sich ein Mann mittleren Alters provoziert und blaffte die jungen Demonstranten an, sie hätten sich ruhig zu verhalten. Einem jungen Mann wurde gedroht: »Wenn du weiter so blöd schaust, dann nehm‘ ich mir dich draußen vor!«


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