Eine Jury des Bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) würdigt die Arbeit von Allgäu rechtsaußen beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit. ©Sachelle Babbar

Pressefreiheit: Allgäu rechtsaußen ausgezeichnet

Eine Jury des Bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) würdigt die Arbeit von Allgäu rechtsaußen beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit.

Seit 2017 recherchiert und dokumentiert das Portal Allgäu ⇏ rechtsaußen akribisch rechte Aktivitäten in dieser Region. Jetzt veröffentlichten die Journalisten eine weitere gedruckte Publikation zu diesem Thema: Das 100-seitige per Crowdfunding finanzierte Werk Voice of Anger und der rechte Untergrund im Allgäu. (Bezug via bestellung [at] allgaeu-rechtsaussen.de)

Ausschließen, verklagen, einschüchtern: so reagieren die Rechten – darunter auch die AfD – auf die Arbeit von Allgäu ⇏ rechtsaußen. Auch dies wird dokumentiert. »Die Journalisten lassen sich dadurch nicht beeinträchtigen – sie leisten eine mutige Arbeit für die Demokratie – sie leben Pressefreiheit«, lobte die Jury. Stellvertretend für seine Redaktion nahm Chefredakteur Sebastian Lipp am Montagabend im Münchner Presseclub die Urkunde für sein Medium entgegen.

Ausschließen, verklagen, einschüchtern, Bedrohen: So reagiert die AfD und andere Rechte auf die Arbeit von Allgäu rechtsaußen.
Ausschließen, verklagen, einschüchtern, Bedrohen: So reagiert die AfD und andere Rechte auf die Arbeit von Allgäu rechtsaußen.

Erster Preis: »Ich, Eisner!«

Mit dem ersten Preis zeichnete der Bayerische Journalistenverband das Messenger-Projekt »Ich, Eisner!« des Bayerischen Rundfunks und der Münchner Hörfunk-Autoren Matthias Leitner, Eva Deininger und Markus Koebnik aus. Das digitale Storytelling-Projekt von Bayern 2, das von Oktober 2018 bis Ende Februar 2019 lief, macht die packende Geschichte der Revolution in Bayern von 1918 erfahrbar. 100 Jahre nach der Revolution von 1918/19 erzählt »Ich, Eisner!« die Geschichte des jüdischen Journalisten und Politikers auf innovative Weise nach.

Zweiter Preis: Wie weiter mit dem Journalismus?

Der Großvater von WELT-Chefreporterin Jennifer Wilton aus Berlin schrieb einst für die gerade gegründeten Zeitungen der WELT. Jahrzehnte später hätte ihn die Journalistin, die heute ebenfalls für die WELT und WELT AM SONNTAG als Chefreporterin arbeitet, gerne gefragt: Wie geht es weiter mit dem Journalismus? In einem am 23. September 2018 in der WELT AM SONNTAG erschienenen Essay ging sie selbst der Frage nach, wie sich das journalistische Arbeiten und die Pressefreiheit in Deutschland seit der Nachkriegszeit entwickelt haben und welchen Einfluss das Selbstbild von Journalisten darauf hatte und hat.Für ihre Analyse Was für ein Journalismus? hat der BJV die Ressortleiterin Investigation und Reportage mit dem zweiten Preis ausgezeichnet: »Eine exzellente Analyse, wie beiläufig eingebettet in eine Geschichte und geschrieben mit geschliffener Feder bringt die Autorin dem Leser die Bedeutung der Pressefreiheit näher«, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Dritter Preis: Pressefreiheit als zweifelhafte Hitparade

Den dritten Platz vergab der BJV an die Journalistin Lea Fauth aus Berlin für ihren am 21. April 2019 bei Übermedien veröffentlichten Kommentar Pressefreiheit als zweifelhafte Hitparade. Darin kritisiert die freie Journalisten unter anderem die »Rangliste der Pressefreiheit«, die die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen einmal im Jahr veröffentlicht. Über dieses Ranking könnten Medien berichten wie über die Tabelle der Bundesliga: »Wer liegt vorn, wer hat seine Position verteidigt, wer ist Absteiger des Jahres?«Pressefreiheit wird so scheinbar zu einem relativen Wert. Nicht allgemeine Kriterien machen ein Land zu einem, in dem die Medien wirklich frei sind, sondern der Vergleich mit anderen Ländern, in denen die Lage noch schlimmer ist, kritisiert die Journalistin. »Lea Fauth übt mit ihrem Kommentar sachliche und konstruktive Kritik auf der Metaebene aus; sie wagt es eine allseits geschätzte Institution zu kritisieren«, lobte die Jury.

Pressefreiheit »wahrlich unbezahlbar«

Eine Jury des Bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) würdigt die Arbeit von Allgäu rechtsaußen beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit. ©Sachelle Babbar
Thomas Mrazek vom Bayerischen Journalistenverband hält die Laudatio auf Allgäu rechtsaußen, dessen Chefredakteur Sebastian Lipp den Preis zur Pressefreiheit entgegen nimmt. ©Sachelle Babbar

Der BJV-Vorsitzende Michael Busch betonte anlässlich der Preisverleihung die hohe Qualität der Wettbewerbs Beiträge in diesem Jahr. »Dieser Wettbewerb setzt mit den ausgezeichneten Arbeiten ein Zeichen für die Pressefreiheit. Eine Freiheit, die wahrlich unbezahlbar ist«. Der BJV wolle mit dem zum fünften Mal ausgeschriebenen Preis das Thema der Pressefreiheit an die Öffentlichkeit bringen, und sie für dieses wichtige Grundrecht sensibilisieren.

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