Weiter Ermittlungen gegen Bolsterlanger Bürgermeisterin

Wegen augenscheinlicher Nähe zur Reichsbürgerszene ermittelt die Landesanwaltschaft Bayern weiter gegen die Bolsterlanger Bürgermeisterin Monika Zeller. 

Seit acht Monaten läuft das Verfahren nun, am Ende könnte die Amtsenthebung drohen. Doch ein Abschluss ist nicht in Sicht. Ein Sprecher der Disziplinarbehörde bestätigte das am Donnerstag auf Anfrage von Allgäu ⇏ rechtsaußen: »Die Ermittlungen gestalten sich aufwändig. Prognosen zur Verfahrensdauer können daher derzeit nicht abgegeben werden.«

Monika Zeller nannte die Ermittlungen gegen sich laut Allgäuer Zeitung vom Samstag auf einer Bürgerversammlung in Bolsterlang ihr »privates Thema«. Sie habe sich erneut von der Szene distanziert und einen Rücktritt von ihrem Amt erneut ausgeschlossen: »Ich klebe nicht an meinem Stuhl, aber ich gebe auch nicht auf.« Für diese Äußerung soll sie Applaus von der Bürgerversammlung erhalten haben.

Geburtsort: »Königreich Bayern, Deutschland als Ganzes«

Im April hatte die Disziplinarbehörde ein Verfahren gegen die Bürgermeisterin eingeleitet, nachdem bekannt wurde, dass im März 2016 ein Tagesseminar eines Reichsbürgers im Tagungsraum des Gemeinderates stattfand. Der Referent habe, so die Allgäuer Zeitung, »wirre Thesen über eine souveräne Gemeinde und den Verlust von Eigentum ohne Staatsangehörigkeitsausweis verbreitet.« Die Bürgermeisterin Monika Zeller sowie einige Mitglieder des Bolsterlanger Gemeinderats besuchten die Veranstaltung – und beantragten ebenfalls die bei Reichsbürgern beliebten Gelben Scheine. Die Bürgermeisterin gab laut Allgäuer Zeitung im Antragsformular als Geburtsort an: »Königreich Bayern, Deutschland als Ganzes«.

(Titelbild: »Hinter dem Reich steckt der Rechtsextremismus«, schematische Darstellung reichsideologischer Fragmente, aus: Broschüre »Wir sind wieder da« der Amadeu Antonio Stiftung)

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