AfD-Franktionsvize Felser wünscht sich Höcke nicht im Parteivorstand

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, der Allgäuer Peter Felser, sähe den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke nicht gerne im neuen Parteivorstand. Wegen inhaltlicher Differenzen?

Es sind offenbar keine inhaltlichen Differenzen, die Felser zu dieser Einschätzung bewogen. Für die Partei wäre es günstiger, Höcke würde auf eine Kandidatur verzichten, »weil wir erst einmal mit voller Kraft hier im Bundestag realpolitisch agieren müssen«, sagte Felser nach einem Bericht des stern der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die AfD habe in Thüringen ohnehin ein großes Potenzial, das Höcke für die Partei bei der Landtagswahl 2019 ausschöpfen könne.

Die AfD will auf einem Delegiertenparteitag in Hannover am 2. Dezember einen neuen Bundesvorstand wählen.  Der Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende Höcke hat bislang nicht offiziell erklärt, ob er kandidieren will. Er ist Gründer des rechtsnationalen völkischen »Flügel«, der die AfD als »Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands« positionieren will. Höcke hatte im Januar in einer umstrittenen Rede in Dresden eine »erinnerungspolitische Wende um 180 Grad« gefordert.

Einst war Peter Felser nach einem Bericht der Tageszeitung taz bereits Mitglied bei der  Republikaner (REP), die vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. 1992 sei er ausgetreten, weil sich die Partei anders entwickelt habe als von ihm gewünscht. Auch wird nicht gesagt, ob die unerwünschten Entwicklungen inhaltlicher Natur gewesen sind.

Zwölf Jahre war Peter Felser bei der Bundeswehr.  1997 brachte er zusammen mit Götz Kubitschek ein Buch heraus, in dem die Verbrechen der Wehrmacht kleingeredet werden.  2001 wurde Kubitschek als Oberleutnant der Reserve aus einer Wehrübung der Bundeswehr entlassen. Seine Eigenschaft als Autor des Buches und der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit stellten für die Verantwortlichen der Truppe »rechtsextremistische Bestrebungen« dar. Kubitschek gilt heute als Modernisierer rechtsradikaler Diskurse und Schlüsselfigur der Neuen Rechten.

Auch der damalige Oberleutnant Peter Felser schrieb für das Blatt und hat wie Kubitschek die Quittung für das gemeinsame Buchprojekt kassiert. Er wurde strafversetzt und von weiterer Beförderung ausgeschlossen. Auch Felser schrieb für die extrem rechte Junge Freiheit.

Hinter dem Buch und seiner Zeit bei den REPs stehe Felser noch heute: »Dem schwöre ich nicht ab.« Zu Kubitschek will er keinen Kontakt mehr haben.

Peter Felser will bald ein eigenes AfD-Wahlkreisbüro im Oberallgäu einrichten.

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