»Angry, Live And Loud«: Das geheime Flugblatt zum Konzert, das Allgäu ⇏ rechtsaußen am Tag vor dem Konzert veröffentlichte.

Samstag: Neonazikonzert im Allgäu?

Angry, Live and Loud  – unter diesem Titel kündigen Neonazis ein Konzert für kommenden Samstag, den 7. Oktober in Süddeutschland an.  Das Konzert soll im Allgäu stattfinden. 

»Keine Veröffentlichung im Internet – nur intern weiterleiten«, heißt es auf einem Flugblatt, das in Neonazikreisen kursiert. Das ist offenbar schief gegangen. Der heimlich verteilte Flyer kündigt für den 7. Oktober ein Konzert unter dem Motto Angry, Live and Loud an. Neben den Allgäuern von Faustrecht und Kodex Frei  sollen dem Dokument nach Kommando Skin aus Baden-Würtemmberg, sowie Stonehammer aus Kanada auftreten.

Geheimer Ort

Der genaue Ort des Konzerts bleibt zunächst geheim. Auf dem Flugblatt heißt es nur: Süddeutschland. Wer Einlass erhalten möchte, muss sich zunächst per Email anmelden. Der genaue Ort des Konzerts bleibt aber noch immer geheim. Erst kurz vor dem Termin wird ein Schleusungspunkt via Telefonanruf bekannt gegeben.

So gehen Neonazis üblicherweise vor, wenn sie versuchen, ihre Veranstaltungen im Verborgenen durchzuführen. Im Falle des für Samstag angekündigten Konzertes wird als erster Schleusungspunkt ein Autohof an der A96 südwestlich von Memmingen angegeben. Fans der braunen Musik sollen sich um 19 Uhr an der Abfahrt Nummer 10 bei Aichstetten einfinden, um weitere Details zum Veranstaltungsort zu erfahren.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidium Schwaben Süd/West ist eine entsprechende Veranstaltung nicht bekannt, heißt es am Abend vor dem geplanten Konzert auf Anfrage.

Voice of Anger Jubiläum?

Auf dem Flugblatt ist die Zahl 15 in einem Lorbeerkranz abgebildet. Anmelden müssen sich interessenten über die Emailadresse 15jahre-widerstand@gmx.de. Die Zahl dürfte sich auf den Veranstalter beziehen. Die Allgäuer Neonazikameradschaft Voice of Anger gibt es seit 2002, also inzwischen 15 Jahre. Ein ebenfalls auf dem Flyer abgebildeter Skinhead trägt das Logo von Voice of Anger auf seiner Brust. Die Gruppierung gilt heute als die größte noch aktive ihrer Art in Bayern.

Eine Fahne mit dem Logo von Voice of Anger im weniger zerstörten Bereich des abgebrannten Clubhauses am Tag danach
Eine Fahne mit dem Logo von Voice of Anger im weniger zerstörten Bereich des abgebrannten Clubhauses am Tag danach

Seit Jahren kämpft Voice of Anger um einen festen Ort für Treffen und Konzerte. Bislang sind die Neonazis immer gescheitert. Vergangenes Jahr gelang ihnen der Kauf eines eigenen Gebäudes in Buxach-Hart bei Memmingen. Das wurde aber nach einigen Veranstaltungen abgebrannt. Die Polizei geht inzwischen  von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

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