Hüttenwochenende mit Chris Ares am Grünten platzt

»Nur für meine Telegram-Elite« und limitiert auf zehn seiner treuesten Fans: Ganz exklusiv wollte Chris Ares »das erste, offizielle Heimatwochenende mit mir« in einer Allgäuer Berghütte veranstalten. Doch das rechtsradikale Begegnungswochenende ist geplatzt.

Auf 1000 Meter Höhe am Wächter des Allgäus, dort sollte es stattfinden: »Das erste, offizielle Heimatwochenende mit mir«, schreibt Chris Ares stolz als er seinen Fans, der »Telegram-Elite« das Event vom 18. bis 20. Oktober 2019 auf einer Allgäuer Berghütte ankündigt. Es sollte eine Wanderung, einen Liederabend, gemeinsamen Spieleabend und einen Überraschungsausflug geben. Am wichtigsten aber nimmt Ares sich selbst, für ihn ist es vor allem ein »Wochenende mit mir«.

»Selbstverständlich bin auch ich das gesamte Wochenende in der Hütte!«, schreibt der rechtsradikale Rapper. Man dürfe sich freuen auf eine Vorlesung aus seinem gerade entstehenden Buch, einen »Vortrag zu mir und meiner Person« sowie eine »Fragen&Antworten-Runde mit mir«.

Das lässt sich Ares gut bezahlen. Den Ort des Treffens soll nur erfahren, wer sich anmeldet – und 250 Euro pro Person vorausbezahlt. Gerade einmal so viel kostet die designierte Berghütte pro Nacht für alle zehn Personen zusammen. Recherchen von Allgäu ⇏ rechtsaußen ergaben, dass Ares die Knusperhütte am Grünten angemietet hatte. Die Selbstversorgerhütte liegt auf knapp 1000 Meter Höhe am sogenannten Wächter des Allgäus.

»Ich werde hier heroben kein rechtsradikales Wochenende haben. Das kommt gar nicht in Frage«, sagt Manfred Nutz. Er ist schockiert, als er erfährt, wer sich in seiner Hütte eingemietet hatte. Bei ihm hatte Ares‘ Vertrauter Rick W. die Knusperhütte am Grünten reserviert. Verschwiegen hatte er aber, dass es ein Begegnungswochende für Fans des rechten Rappers werden sollte. Nun werde Nutz die Vermietung aufkündigen.

Prügelattacken auf Journalisten und politische Gegner

Am Rande einer Wahlparty der Münchner AfD am 4. September 2016 holt Chris Ares zum Schlag gegen AfD-Gegner aus. Neben ihm: Rick W., der die Knusperhütte anmietete. (Photo: Reflektierter-Bengel.de)
Am Rande einer Wahlparty der Münchner AfD am 4. September 2016 holt Chris Ares zum Schlag gegen AfD-Gegner aus. Neben ihm: Rick W., der die Knusperhütte anmietete. (Photo: Reflektierter-Bengel.de)

Der junge Mann nennt sich Chris Ares. Einst lebte er als Christoph Zloch in Isny, bevor er im Raum München mit rechtsradikalen Aktivitäten auffiel und sich das Pseudonym zulegte. Damit wurde er eines der bekanntesten Gesichter der rechtsradikalen deutschen Rap-Szene.

In seinen Musikvideos gibt sich Ares als Anhänger der rechtsradikalen Identitären Bewegung (IB) und des Bündnis deutscher Patrioten (BdP).  Das BdP hetzt laut Bayerischem Rundfunk (BR) massiv gegen Geflüchtete. Dort werde diskutiert, »wie man Migranten in Münchner Freibädern umbringen könnte – mit Strom im Becken oder mit Zyklon B, der Chemikalie, mit der die Nationalsozialisten Juden in Auschwitz ermordeten.«

Seite an Seite mit bekannten Neonazis soll Ares durch Prügelattacken auf Journalisten und politische Gegner aufgefallen sein. Dabei war auch Rick W., der die Knusperhütte anmietete. Ares selbst weist den Vorwurf von sich. In einem Video erklärt Ares, er habe in Notwehr gehandelt. Immer wieder gibt er sich als friedliebender patriotischer Rapper.

»Die Rückkehr der Germanen«

Eine Szene aus dem Musikvideo zu Defend Europe von Chris Ares. (Alle Photos: Screenshot, Youtube)

Die Huffington Post dagegen charakterisiert Ares als Hetzer und Neonazi-Rapper.  Sein Pseudonym ist aus der griechischen Mythologie entlehnt. Dort ist Ares der Gott des schrecklichen Krieges, des Blutbades und Massakers. Auch seine Raptexte sprechen eine deutliche Sprache. So heißt es etwa im Song Defend Europe:

»Ich bin rechts um unser kommendes Europa bald zu spüren […] Übernehmen jedes Land, das ist die Rückkehr der Germanen, ja wir opfern unser Dasein nur aus Rücksicht auf die Ahnen. Eure vollvermummten Punkvisagen werden mittels Panzerwagen durch das ganze Land gejagt, um euch maden dann anzuklagen. Nach der deutschen Wende wenn das Land in unseren Händen ist, dann sehen wir wen’s am Ende trifft und wer von uns verängstigt ist. Von uns vermummt sich keiner weil wir standhaft sind wie deutsche Eichen.«


(Titelbild: Kriegerdenkmal auf dem Grünten by Luxim766 on Foter.com / CC BY-NC-SA)

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