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Kaufbeurer brüllt Nazi-Parole

Er wünscht sich Hitler zurück und brüllt vor mehreren Zeugen auf offener Straße einer Polizeistreife »Sieg Heil« entgegen, will aber kein Nazi sein.

Am 28. April brüllte ein 37-jähriger Familenvater auf offener Straße und vor mehreren Zeugen einer Polizeistreife »Sieg Heil« entgegen. Das sah das Amtsgericht Kaufbeuren nach der ungewöhnlich schnell auf die Tat folgenden Hauptverhandlung am 9. Juli als erwiesen an, wie aus einem Bericht der Allgäuer Zeitung vom Dienstag hervorgeht.

Angeklagter versichert, kein Nazi zu sein

Aus der Aussage eines Polizisten habe sich ergeben, dass der Angeklagte seinerzeit generell uneinsichtig war und sich sogar noch zu einer weiteren rechtsextremen Äußerung verstieg: »Er sagte, wir sollten lieber Asylanten kontrollieren und dass er sich den Hitler zurückwünscht«, zitiert die Zeitung.

Vor Gericht sei der Angeklagte jetzt ganz anders aufgetreten und habe sich bei dem Beamten entschuldigt. Der aus Russland stammende Mann habe die Tat vom 28. April 2018 mehrfach bedauert und versichert, dass er kein Nazi sei, sein Verhalten jedoch nicht schlüssig erklären können.

Staatsanwältin fordert Haftstrafe

Richterin Ritter verurteilte den Kaufbeurer wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, die sie zur Bewährung aussetzte. Weil der Angeklagte die Tat in offener Bewährung begangen hatte, hielt die Staatsanwältin im Plädoyer eine Haftstrafe von sechs Monaten für geboten.  Die unter dem Aktenzeichen 8 Ds 410 Js 8815/18 ergangene Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.


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